So, nun fängt das Rückwärts-Zählen an. In genau 30 Tagen ist unser Abflug. Uuups, wie schnell die Zeit vergangen ist und dabei gibt es noch unendlich viel zu erledigen…. Das wird wohl immer so sein. Schließlich bleibt da nur eine Möglichkeit: Konzentration auf die wesentlichen Dinge. So haben wir in unserer Arbeit einfach ein Projekt, das wir noch „schnell zu Ende bringen wollten“ nun doch auf Sommer 2018 verlegt. Die große Vorarbeit ist geleistet, so dass wir nächstes Jahr dann gleich damit starten können. Flo und ich haben nun beschlossen eine „was wir wenn wir zurückkommen in Angriff nehmen -Liste“ zu führen, damit nicht zu viel verloren geht und wir viel leichter Prioritäten setzen können.
Der Tag heute war wie fast alle Tage sehr voll mit vielen To-Dos: arbeiten, letzte Impfung, Einreisebestimmungen recherchieren und dabei feststellen, dass es in Peru und Bolivien gerade nicht allzu viel Sinn macht zum Hinreisen, so dass wir unsere grobe Reiseroute leicht abändern werden. Silas wird bereits Freitag nächster Woche, am letzten Schultag, nachmittags mit den Pfadfindern noch eine Fahrt nach Korsika machen. 3 Wochen wandern, dann kommt er zurück und am nächsten Tag fliegen wir schon los! Aus diesem Grund werden wir einige Dinge bzgl. Familien-Abschied schon vorverlegen müssen. So wie zum Beispiel das Abschiedsessen. Heute Abend haben wir gut bürgerlich geschlemmt. Mitten in der Fachwerkkulisse vor dem Höchster Schloss gab es für die „Männer“ Haxen mit Semmelknödel, Schnitzel, Grüne Sauce und Salat und Weizenbier. Mit meinem Salat und der Tasse Tee fiel ich da etwas aus dem deutschen Speisenrepertoire.
Irgendwie fühlt es sich sehr seltsam an. Auf der einen Seite die große Vorfreude auf das, was kommt, dann wiederum die Berge, die es vorher noch zu bewältigen gibt: sei es bei der Arbeit oder auch im Privaten. Da bin ich nur noch am Abarbeiten und Listen Abhaken, ohne groß nachzudenken.
Heute jedoch, als ich auf den Kalender sah und mir bewusst wurde, dass ich um diese Uhrzeit mit meiner Familie ins größte gemeinsame Abenteuer aufbrechen würde, da wurde mir schon etwas bang ums Herz und ich überlegte mir kurz, was wir hier alles zurücklassen werden: viele nette liebe Menschen, unsere Familien, unser Haus, das wir die letzten 3 Jahre von Grund auf renoviert haben und nun so einigermaßen fertig ist, all die vertrauten Orte, die wir liebgewonnen haben, unser ganzes soziales Umfeld, …..