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Tage noch … ich merke, wie mich in Wellen meine Gefühle überkommen.
Ich beginne bei bestimmten Stichworten, Tränen in den Augen zu bekommen und versuche einen Blick hinter die Kulisse: warum springe ich darauf so an, was verbirgt sich hinter meinem Gefühl denn – und immer wieder vermute ich, daß es mal konkrete, mal difuse Ängste sind, die mich einholen:
- Angst, ob wir das Richtige tun für die Kinder – es ist ein ganz ordentlicher Eingriff in ihr Leben, klar sind wir davon überzeugt, daß Silas & Cayo ihr Leben lang von dieser Reise profitieren / zehren werden und gleichzeitig ist es schon ein mulmiges Gefühl, sie so gewaltig aus dem bestehenden Umfeld zu reissen
- Angst vor der fehlenden Kontrolle (das ist für mich ja klassisch …): Ich bin überzeugt, daß in der Firma alles glatt laufen wird bzw. unser Team die aufkeimenden Herausforderungen meistern wird – und dennoch: plötzlich so gar keinen Einfluss (das vielleicht weniger) und keine ‚Ahnung‘ mehr zu haben, was läuft, das ist für mich eine grosse Herausforderung
- Angst vor der Rückkehr: wie wird es uns gelingen, wieder anzuknüpfen: die Kinder an die Freunde, Silas in der dann neuen Schule, Florentine & ich wieder in die Arbeit, was passiert mit der Familie, wie geht’s unseren 4 Wänden …
- Angst vor dem ‚Davor‘: Schaffen wir es und wie schaffen wir es, die grossen Projekte noch zu so einem Ende zu führen, daß wir diese mit gutem Gewissen an unser Team übergeben können
Es merke, wie mir das schreiben über die Ängste dahingehend gut tut, daß ich sie damit verliere, sie aus der Vogelperspektive betrachten kann, ein „rationalerer“ Blick darauf möglich wird.
Dann geht’s jetzt ‚erleichtert‘ – im wahrsten Sinn des Wortes los, um von der Liste der Noch-To-Do’s was zu erledigen.
Frisch ausgeschlafen und voller Kraft bin ich ja nach der Nacht im Schlafsack auf dem Balkon – ein Wunsch der Kinder, endlich draussen zu schlafen – sozusagen als Probelauf 🙂