die letzten 30 Tage: noch 28 Tage

Die Hitze heute war ein gutes Training für den Sabbatical. So bin ich gleich in der Nachmittagshitze mit dem Rad durch Frankfurt gefahren und habe mir dabei überlegt, wie es sich anfühlt, wenn ich jetzt den großen Wanderrucksack mit mir rumschleppen müsste. Vielleicht sollte ich doch noch die eine oder andere Sache von der Packliste streichen….

Von der privaten To-Do-Liste habe ich heute ein paar Punkte erfolgreich abgearbeitet: hurra! Das fühlt sich dann doch gleich viel besser an. Endlich habe ich das Tablet für die Reise bestellt – da bin ich ein echter Schisser, weil ich mich mit dem ganzen Technikkram gar nicht auskenne und auch nicht auskennen will. Nachdem ich Stunden im Internet über geeignete Tablets für Weltreisende zugebracht habe, ist nun die Entscheidung gefallen: ein gebrauchtes Sony Xperia Tablet Z2 – das ist recht robust. Wir wollen keine High-Tech-Auszeit machen, daher reicht uns dieses Gerät. Schließlich wissen wir ja nicht, ob es uns abhanden kommt oder sonst was damit passieren wird.

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn ich so durch Frankfurt fahre und mir bewusst werde, dass die Tage hier gezählt sind. Da kommt ein leises Gefühl von Abschiednehmen auf. Das wurde mir auch wieder schlagartig klar, als ich mit Silas beim Shoppen für die Reise war. „Aber, das brauchst du doch gar nicht, das kannst du nicht mit auf die Reise nehmen,“ kommentierte ich zum gefühlten x-ten Mal, als er mir begeistert einen Pullover unter die Nase hielt. Ist gar nicht so einfach zu erklären, dass wir mit WENIG Gepäck reisen wollen, viel weniger, als wenn wir für 2-3 Wochen in den Urlaub fahren und dass, obwohl wir ein Jahr weg sein werden.

Dafür ging das (Vor-) Packen mit Silas richtig gut. Ich hatte mich auf einen anstrengenden Abend eingestellt – aber so war es gar nicht. Die Packliste für den großen Wanderrucksack haben wir abgearbeitet und immer wieder dazu geschrieben, was noch rein muss, wenn Silas von seiner Korsika-Wandertour zurückkommt, damit wir in der Hektik nichts vergessen. Das wird schon sportlich werden: Silas kommt von 2,5 Wochen Wandern aus Korsika zurück und am nächsten Tag fliegen wir los. Da wir abends fliegen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Wäsche trocken ist, wenn es losgeht. Jetzt steht die Wäschekiste mit den Sachen zum Einpacken und der Rucksack neben mir, ein stiller Hinweis darauf, dass es bald losgeht.

Übermorgen wird Yasmin, eine Argentinerin für eine Woche zu uns kommen. Wir haben den Kontkt über Workaway, eine Plattform, die Menschen zusammenbringt, die einerseits jemanden suchen, der irgendwie mitarbeitet und Menschen, die gerne reisen und dabei Land und Leute wirklich kennenlernen wollen, indem sie irgendwo mitarbeiten.

Yasmin kommt zu uns, um mit uns Spanisch zu lernen. Sie macht das gleiche wie wir, nur in Europa – so können wir uns austauschen und uns gegenseitig gute Tipps geben. Frankfurt wird ihre erste Station sein. Im Gegenzug zum Spanischlernen mit uns bekommt sie bei uns freie Kost und Logis. Ich habe das Gästezimmer für sie vorbereitet – bin ja gespannt, was mein Spanisch macht, nachdem ich so viele Woche so gar nichts getan habe….. Im Februar / März war schon Odair bei uns, um mit uns Spanisch zu sprechen. Eine gute Erfahrung, besonders auch für die Kinder: sie mochten ihn wirklich gerne, vor allem, wenn er mit ihnen Fußball gespielt hat.

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