Irgendwann kam heute morgen der Punkt, an dem ich ganz ruhig war und innerlich wusste, dass wir nun genau das Richtige machen.
All die vielen offenen Punkte würde ich nicht mehr abarbeiten können, 80% reichen wohl auch aus, sagte ich mir immer mantramäßig vor, wenn der Gedanke aufkam, es doch noch alles schaffen zu wollen. Habe mich ewig drum gedrückt, die Notfallkarten für uns zu schreiben und auszudrucken. Das war dann heute auf den letzten Drücker dran. Als das geschafft war, kam wieder neuer Elan auf. Den übertrug ich gleich als ich unsere beiden Arbeitsplätze im Büro auflöste. Ist schon faszinierend, wie schnell ich mich plötzlich von altem Papierkram trennen konnte, jetzt wo ich unter Zeitdruck stand. Die Sachen sind nun in Kisten verpackt – so sieht das Büro etwas anders aus. Noch ein letztes intensives Personalgespräch geführt und uns dann verabschiedet.
Noch einige Abschiedsbesuche bekommen, trotz der wenigen Zeit war es schön, sich die Zeit dafür zu nehmen.
Zu Hause erscheint mir immer noch an vielen Stellen das Chaos zu sein. Ich habe einfach meine Scheuklappen aufgesetzt und mich nur auf die 30 Quadratzentimeter konzentriert, die ich für den Moment benötigte.
Wir hatten den Kindern bereits vor Monaten versprochen, dass wir im Juli in „Einfach unverbesserlich 3“ gehen werden – das haben wir abends dann auch noch getan. Es tat gut, all die noch ausstehenden To-Dos vor dem Kinosaal zu lassen und eine gute Zeit zu haben. Dafür, dass ich morgen um diese Zeit im Flieger sitzen werde und es hier noch ein gutes Stück zu erledigen gibt, bin ganz gelassen, vielleicht auch, weil ich einfach schlichtweg zu müde bin.
Ich habe Silas Rucksack vollends zu Ende gepackt, nun mit dem frisch gewaschenen Sachen von der Korsikareise. Meinen Rucksack habe ich auch nochmals ausgepackt, da ich einige Sachen umgepackt habe.
Ein guter Freund kam noch vorbei und machte zusammen mit den Kids zum Abschluss die Feuerschale an. So haben wir dann einen wirklich beschaulichen Abschiedsabend gehabt, jeder schaute gedankenversunken ins Feuer. Wir haben die restlichen Riesenwunderkerzen angezündet, jeder eine für sich und uns für die kommenden 11 Monate etwas im Stillen gewünscht. Es tut gut, trotz der Hektik auch solche stillen Momente zu haben.
Später als wir dann im Dunkeln saßen, kuschelte sich Cayo an mich. Ich fragte ihn, worauf er sich denn am meisten freuen würde: Galapagos! Und was er sich für die 11 Monate wünschen würde: „dass keiner von uns krank wird und wir uns nicht streiten werden!“ Ja, das wünsche ich mir auch; dass wir gesund bleiben und gemeinsam eine schöne Zeit mit allen verbringen werden.
Liebe Florentine,
deine Einträge lesen sich für mich wie ein Deja-vu – tausend Erinnerungen an unseren Aufbruch ins Sabbatjahr vor nun genau 8 Jahren… nicht enden wollende To-do-Listen, die einen an allen Ecken vorwurfsvoll anschauen, dann auf der letzten Meile noch überrollt von einem echten Abschiedsschmerz und dazwischen immer wieder diese kleinen Momente, in denen sich die Vorfreude einstreut und das gute Gefühl spürbar wird: die Entscheidung für das Sabbatjahr war genau die richtige! Jetzt sitzt ihr wahrscheinlich im Flieger – wunderbar. Ich freue mich sehr für euch, dass ihr euch auf den Weg macht in dieses große Familien-Reise-Abenteuer. Und du kannst darauf vertrauen, dass eine unvollständig abgearbeitete To-do-Liste euer Abenteuer in keinster Weise schmälert.
Liebe Florentine, auch wenn ich dir wahrscheinlich selten in deinem Blog schreiben werde – in Gedanken begleite ich euch unterwegs und wünsche euch nun erstmal einen guten Start ins Abenteuer Costa Rica. Und wenn ihr dort Faultiere seht, dann grüßt sie bitte von mir 🙂
Ganz liebe Wünsche an Euch alle dass Eure tollen Wünsche in Erfüllung gehen – geniesst die Weite und die Einsichten die sich aus dieser Weite ergeben und zu neuer Nähe und Verbundenheit führen werden – Wir drücken Euch alle Daumen die wir so haben (10 Stück, das ist doch schonmal was….) dass Eure Abenteuer so bunt werden wie Ihr Euch das erträumt – und jetzt dann, nachdem die letzte Kiste gepackt ist und das vorletzte Formular ausgefüllt ist….: Geniesen, Geniesen, GENIESEN! Erlebt viel für uns mit, wir freuen uns!!!
Liebe Grüsse die Lohrmänner und -frau
Und weg seid ihr!
Ich wünsche euch alles Gute, Tolle, Überraschende und Spannende. Und ich freue mich, eure weitere Beiträge hier auf dem Blog zu lesen. So können wir auch ein bisschen mitreisen.
Liebe Grüße
Cécile
PS: Meine Aufgabe – wenn ich darf: Eure lieblingsworte und -Ausdrücke (auf Deutsch) in allen Sprachen (inkl. – wenn es geht – Mundart oder Dialekte) der Länder/Regionen, die ihr bereisen werdet zu schreiben.
Bon voyage et bon vent!