Nachdem wir vor 4.00 Uhr aufgestanden waren und das Uber-Abenteuer gut hinter uns gebracht hatten, fuhren wir mit dem Bus in Richtung Süden. Der Bus hatte sogar Klimaanlage und war gut gepolstert. Die Fahrt konnte beginnen, durch die grünen Hügel in Serpentinen rauf und wieder runter. Endlos. Zum Glück konnte ich mich durch die grüne Landschaft etwas ablenken. Schade, dass mein Magen keine Augen hat. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht die passenden Globuli dabei, die auch Cayo und Flo dankbar annahmen. Nach 6 Stunden Fahrt waren wir endlich da.
Innen war es schön kühl und draußen waren es um 11.00 Uhr 34 Grad im Schatten und stechende Sonne. Was für ein Empfang! Flo meinte zuversichtlich, dass unser Ferienzimmer nicht allzu weit sei. Wir setzten unsere Rucksäcke auf und wanderten in der Gluthitze los. Nicht weit ist ja bekanntlich sehr relativ, vor allem, wenn der Planet sticht und man 6 Stunden vorher nur im Bus gesessen ist. Flo hatte zum Glück die Landkarte auf sein Handy gespeichert, so dass wir immerhin wussten, wo wir uns befanden.
Am Ende kamen wir an: glücklich, durstig, abgekämpft und völlig durchgeschwitzt. So sehr hatten wir uns noch nie über eine Klimaanlage gefreut wie bei unserer Ankunft. Die Dusche wurde auch gleich getestet, was für ein herrliches Gefühl. Da war es auch völlig egal, dass es kein warmes Wasser gab. Hauptsache Wasser!
Wir sind hier wirklich am Ende der Welt gelandet, abseits von größeren Straßen, an irgendeinem Schotterweg.
Nachdem wir uns ausgeruht und die Kochgelegenheit ausgetestet hatten: Es gibt immerhin eine Mikrowelle, einen Wasserkocher und eine Elektropfanne mit Deckel; also keine Kochplatten und Töpfe. Da hieß es für uns kreativ werden. Wir kochten unsere Spaghetti einfach in der Elektropfanne und die Sauce wurde einfach zu den fertigen Nudeln dazu geschüttet.
Frisch gestärkt wollten wir das Meer entdecken und kamen nachdem ich Flo davon überzeugen konnte, dass es keine gute Idee ist, durch ein hohes Gras querfeldein zu gehen, auf „normalem“ Wege zum Eingang des Nationalparks, der leider geschlossen hatte. Seitlich war ein Trampelpfad, der das abgeschlossene Tor umging. Da wollten wir aber nicht durchgehen als gute Deutsche. Wir fragten ein Pärchen, das uns eine Wegbeschreibung zu einem recht weit entfernten Strand gab. Wir marschierten dann ein Stückchen weiter und fragten nochmals eine andere Frau, die meinte, dass wir ruhig in den Nationalpark gehen könnten. Ich fragte, ob das wirklich ok sei. Ja, das machen alle. Es ist da eben niemand mehr da, der aufpasst. Also marschierten wir wieder zurück und auf dem Trampelpfad in den Park. Wir hatten alle vier ein echt mulmiges Gefühl, so etwas „Verbotenes“ zu tun. Die Klang der Wellen machte uns mutig. Der Weg führt uns ein Stück in den Dschungel. Gleich am Anfang stand ein Schild, dass es hier Krokodile gibt und man hier nicht baden dürfe. Ach, wie gut, dass ich so insistiert hatte, als Flo querfeldein gehen wollte!
Etwas mulmig war es mir schon. Krokodile! Damit hatte ich jetzt nicht wirklich gerechnet.
Und dann lag er vor uns, der Pazifik! Und es gab auch noch ein paar andere Leute, die im Meer badeten. Ein beruhigendes Gefühl – also in dieser Ecke sind dann wohl keine Krokodile mehr. Die Kinder waren im Glück und wir auch. Was für eine Landschaft: Palmen, Strand, die grünen Hügel des Regenwaldes, die Vögel über unseren Köpfen. Ich konnte es gar fassen hier zu sein.
Völlig beseelt fielen wir vier abends in unsere Betten.