Abschied von Uvita – weiter geht es

Etwas wehmütig haben wir all unsere gefühlten 7000 Sachen gepackt und abends nochmals uns eine selbst gemachte Limonada in unserem Stammrestaurant gegönnt. Da wir uns diesmal die längere Wanderung zum Bus ersparen wollten, haben wir uns über unseren Vermieter ein Taxi bestellt. Vorher verabschiedeten wir uns noch von Mateo und seiner Großmutter. Der Kleine ist uns echt ans Herz gewachsen und den Kindern auch. So waren wir alle ein wenig traurig als das Taxi kam. Taxi? Es war recht klapprig und der Rost hielt das gute Stück zusammen. Immerhin kamen wir bis zur Bushaltestelle. Da dort kein Fahrplan aushing, fragten wir bei jedem Bus, der kam, ob er denn nah Chacurita fahren würde. Als Cayo sich bereits beschwerte, wie lange wir noch in der brütenden Hitze sitzen müssten, (er war wirklich sehr heiß, uns lief allen nur so das Wasser), erschien endlich unser Bus. Es war keiner der Fernbusse mit Klimaanlage, sondern ein etwas älteres Modell, bei dem die Klimaanlage einfach geöffnete Fenster und später auch Fahrertüren waren. Er hatte auch keinen Gepäckraum, so dass wir unsere Rucksäcke im Bus verstauten. Etwas stickig und laut war es schon, ich gabe es nach kurzer Zeit auf, auf dem Handy etwas zu hören. Zudem stoppten wir fast an jeder Ecke, so dass mir schon bald echt übel war. Diesmal war ich mit meinen Globuli etwas schneller und versorgte auch Silas damit. Wir fuhren immer ein Stück weit auf der ausgebauten Landstraße, um dann wieder abzubiegen und in den kleinen Dörfchen neue Leute aufzugabeln. So bekamen wir einen guten Einblick in die winzigen Dörfer. Mit einem Mietwagen wären wir die Hauptstraße entlanggeprescht und hätten diese Eindrücke nicht aufschnappen können.

In einem Dorf kam ein älterer Mann herein, der Bananenchips an die Passagiere verkaufte. Unter seinem Arm hatte er eine 2 Liter Flasche geklemmt, in der Limetten, Chili und Kräuter in einer Flüssigkeit schwammen. Neugierig schauten wir, was er mit der Flasche vorhatte. Wenn jemand eine kleine Chipstüte gekauft hatte, machte er sie auf und gab einen Schuß der Flüssigkeit hinein. Oh, das wollten wir auch probieren. Neugierig probierten wir die Chips und es war echt lecker: sauer und würzig! An der nächsten Sation stieg der Mann wieder aus. In einem anderen Dorf stieg ein Mann ein, der einen Karton voll mit Schokolade dabei hatte, die der im Bus verkaufte. Da Cayo und ich endlich mal echte costa ricanische Schokolade, so wie sie die Leute hier essen, probieren wollte, kauften Cayo und Silas bei dem Mann welche. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass die Schokolade nicht aus Costa Rica kam, sondern aus der Türkei! Haben wir vielleicht gelacht, als wir das festgestellt hatten.

Ich war am Ende dann doch ganz froh, als wir ankamen. In der Zwischenzeit hat es stark zu regenen begonnen und Flo hat aus dem mittlerweile angewachsenen Rucksackberg unsere herausgefischt, damit er den Regenschutz drumrum machen konnte.

Chacurita, das waren 2 Restaurants und eine Tankstelle. Wir beschlossen kurzerhand hier eine Pause einzulegen, um uns zu erholen und Mittag zu essen. Im Restaurante gab es dann auch leckeres Essen und vor allem einen trockenen Platz, da es wie aus allen Kübeln goß. Irgendwie waren wir alle müde und abgekämpft, so dass wir etwas Kräft schöpfen konnten.

Mit dem Taxi – diesmal funktionierten die Seitentüren sogar, dafür war der Auspuff kaputt, so dass ich mir wie Lightning McQueen vorkam, als wir durch die Straßen schossen, immer schön die Hügel rauf und dann wieder runter, immer tiefer in die Mitte von Nirgendwo. Und Nirgendwo ist wirklich nirgendwo. Unser Taxi wollte gerade einen kleinen Bus überholen, der uns winkte, damit wir überholen können, als unser Taxifahrer ansetzte und dann erkennen musste, dass auf der anderen Fahrspur uns ein Auto entgegenkam. Interessante Fahrweise! Glücklich kamen wir dann im Mirador de Osa an – immer noch im strömenden Regen.

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