Irgendwo im Nirgendwo: Mirador de Osa

Als wir mit dem Taxi ankamen, empfing uns nicht Emilio, der uns über workaway eingeladen hatte, sondern Macho, ein Mann im mittleren Alter. Er war etwas verwundert als er die Kinder sah. Emilio hatte damit gerechnet, dass wir alleine kommen. Tja, nach kurzem Zögern beschloss Macho, dass wir einfach in eine der Lodgehütten unterkommen, da momentan Nebensaison ist, und nicht viel los ist. Ich denke, dass wir hier sehr schnell im Spanischen Fortschritte machen werden, da er nur Spanisch spricht und zwar in einem recht schnellen Tempo. So werden wir ins kalte Wasser geworfen. Als wir die Hütte sahen und vor allem der Ausblick, blieb uns kurz die Sprache weg. Der bunte Garten vom Mirador, Bananebäume, Palmen und ein gigantischer Blick übr den Regenwald. Überall flogen die unterschiedlichsten Arten von Vögel durch die Gegend, ein Gezirpe und Gezwitscher. Wir genossen noch kurz den Sonnenuntergang und waren dann superfrüh im Bett. Zum Glück haben wir einen Ventilator, so dass die drückende Hitze etwas erträglicher ist.

Macho erklärte uns, dass wir hier immer früh aufstehen und eine unserer Aufgaben es ist, denn Pool zu säubern bevor die Gäste wach sind, sprich so gegen 6.00 Uhr.

Cayo war am nächsten Morgen bereits um 5.30 hellwach und mächtig gespannt aufs Poolsaubermachen. Während Flo und Cayo im Pool fischten, machte ich mit Macho das Frühstück für die wenigen Gäste, die gerade da sind. Die Küche ist richtig gut ausgestattet, alles schön mit Edelstahl (zumindest die Arbeitsflächen) und wirklich sauber.

Da so wnig Gäste da sind, gibt es in der Küche nicht allzuviel zu tun. Wir kehrten den Gastraum und den Küchen und Empfangsbereich. Flo und die Kids durften dann diverse Möbel abschleifen während ich einen meditativen Morgen beim Glasjalousien-Putzen verbrachte. Dazu gab es gute Musik aus den 80ern, so dass sich die Arbeit gar nicht wie Arbeit anfühlte, sondern eher wie eine Meditation. Es ist auch mal schön, wenn jemand einem sagt, was zu tun ist und man weiß, dass man ausreichend Zeit hat. Nach dem Abschleifen musste noch der ganze Staub aus der einen Hütte, in der die Möbel standen ausgekehrt und am Ende ausgesaugt werden. Es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Herangehensweise ist.

Die Eco-Lodge ist wirklich so etwas von schön. Beim Frühstück, es gab es Gallo Pinto ( d.h. gefleckter Hahn, Reis mit schwarzen Bohnen und Rührei), so etwas von lecker. Wir setzten uns mit Blick auf das Tal und sahen gleich drei Tukane. So was von schön.

Vormittags waren wir dann schon mit der arbeit fertig. Flo sprang nochmals in der Küche ein, als eine deutsche Familie Essen bestellte und er dann die Salate vorbereitete und abspülte.

Um vor dem Regen noch etwas zu unternehmen, spazierten wir den kleinen Pfad durch den Urwald. Was für tolle Pflanzen wir gesehen haben. An einer Stelle kamen wir an einer verlassenen Hütte vorbei, in der in einem Raum ein riesiges Hornissennest war. Sehr beeindruckend. Kolibris haben wir auch gesehen. Als wir mitten im Urwald, es war echt heiß und schwül, eine Verschnaufpause machten, kam den Kindern in den Sinn, darüber zu reden, wie ihr zukünftiges Kinderzimmer aussehen könnte. Wir hatten uns nämlich schon beim Einpacken der Kisten in unserem Haus überlegt, ob wir die Zimmer der Kinder und unser Schlafzimmer nicht tauschen. Mit einen Mal waren wir nicht mehr im Urwald, sondern in Franfurt in unserem Haus. Es tat uns allen gut, etwas „Heimatluft“ zu schnuppern und mit neuen Kräften konnten wir dann weiterwandern.

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