Nachdem wir nun einige Tage bereits hier sind, mitten im Nirgendwo, haben wir gute Einblicke in den costa ricanischen Alltag bekommen. Der fängt nämlich wirklich früh an. Um 5.00 Uhr aufstehen und um 6.00 Uhr fangen wir mit der „Arbeit“ an: den Pool saubermachen und beim Frühstück vorbereiten für die Gäste helfen. Momentan ist wie gesagt Nebensaison und nicht viel los. Ich habe bereits Pinto Gallo gekocht. Wenn wir dann das Restaurant, die Küche und die Rezeption samt Gemeinsaschftsraum gekehrt und gewischt haben und keine Gäste mehr da sind, machen wir uns selbst Frühstück. Am liebsten Pinto Gallo, Reis mit schwarzen Bohnen und Rührei. Einmal gab es amerikanische Pancakes, die wir einstimmig als Pappe einstuften und seitdem morgens Reis mit Bohnen oder anderem Gemüse essen. Herrlich! Reis ist momentan unsere Hauptnahrung und schwarze Bohnen, sowie allerlei Gemüse.
Nach dem Frühstück geht’s weiter. Je nachdem, was anfällt. Wir müssen uns erst an die etwas andere Arbeitsweise hier gewöhnen. Hier zählt mehr die Dauer, wie lange eine Tätigkeit ausgeführt wird, als das Ergebnis. Da haben wir ein großes Lernfenster, da wir beide ja sehr effizient getrieben sind. Ich sehe es als eine Art Achtsamkeit an und kann mittlerweile beim Fenster putzen fast schon meditieren. Zudem läuft hier unentwegt Musik aus den 80ern und noch älter, so dass ich mich um Jahrzehnte jünger fühle.
Gestern und heute haben wir vor allem die Hütten saubergemacht und für die nächsten Gäste vorbereitet. Dabei haben wir die costa ricanische Art und Weise kennengelernt, Betten zu machen. Nach der Zeit hier, sind wir so fit, dass wir in Costa Rica unser eigenes Hotel eröffnen könnten…. Und immer wenn die Arbeit anfängt, langweilig zu werden, schaue ich ins Tal und denke, was für einen gigantischen Ausblick wir doch haben!
Flo hat neulich heldenhaft nasse Bretter aus dem Regenwald nach oben in die Hütte, die gerade renoviert wird, getragen. Er brauchte kein Fitnessstudio mehr!
Nachmittags ist dann je nachdem, wenn noch Gäste zum Mittagessen kommen, helfen wir mit und danach haben wir frei.
Je nachdem, was das Wetter macht, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: einfach nichts tun und sich ausruhen, mit den Kids was für die Schule machen, (manchmal macht Cayo bereits morgens schon was), den tollen Ausblick ins Tal genießen und lesen, mit der Familie etwas spielen oder in den Regenwald gehen. Heute haben wir den Litschiebaum abgeerntet und noch jede Menge Zitronen und Limetten, die von den Bäumen gefallen waren, aufgesammelt.
Es gibt hier auch die Möglichkeit, an den Strand zu wandern, der Rückweg dauert ca. 1 Stunde, da es nur bergauf geht. Bisher haben wir es nicht geschafft, da es zu spät war oder regnete oder wir einfach müde waren.
Gegen 16.00 Uhr essen wir meist dann zu Mittag: in der Regel wieder Reis, der hier wirklich super lecker ist. Um 18.00 Uhr wird es dann dunkel und es regnet auch spätestens dann. Wir ziehen uns meist in unsere Hütte zurück, hören Hörbücher, lesen oder spielen und gehen früh ins Bett. 20.00 Uhr ist so die Regel. 21.00 ist bereits spät. Neben den vielen Grillen, die hier zirpen, hören wir Frösche oder Geckos (die quietschen bzw. schnattern wie Vögel) und natürlich das Rauschen des Ventilators. Gestern hat sich ein Frosch an unserer Fensterscheibe verirrt und versuchte dort hochzuklettern. Interessant, wie ein Reisenfrosch von unten aussieht.