Im Dunkeln: ohne Strom ist vieles anders

Gestern Nachmittag brach wie immer das Tropengewitter los. Dieses Mal jedoch viel, viel heftiger und länger. Die Blitze schlugen näher ein, der Donner fühlte sich viel lauter an. Flo und ich waren in unserer Hütte, während die Kids im Haupthaus waren (da gibt es nur WLAN). Mittlerweile war es bereits dunkel geworden und wir hatten das Licht angemacht. Mit einem Mal war es stockdunkel – so richtig! Nach 5 Minuten klopfte es heftig an der Türe. Die Jungs standen pitschnass vor uns. Was 2 Minuten Regen alles nass machen können! „Stromausfall“ brüllten die Kinder. Im Dunkeln suchten wir nach unseren Taschen- und Stirnlampen. Wir waren ja nicht aus einen Stromausfall vorbereitet. Zudem wollten wir mit kochen beginnen. Es hat sich hier so ergeben, dass wir morgens gegen 8 Uhr frühstücken, das Mittagessen ausfallen lassen (es ist eh zu heiß) und dafür gegen 18.00 Uhr warm zu Abend essen. Da gestern immer viel los war, haben wir beschlossen später zu essen. Nun war der Hunger bei allen da. Es war jedoch viel zu stürmisch, um nochmals zum Haupthaus zu gehen. Wir wussten auch nicht, ob der Herd funktionieren würde.

Wir mussten uns etwas einfallen lassen. Zuerst machten die 3 Jungs ihre Fitnessübungen, dann hörte jeder von uns ein Hörbuch oder Musik. Mittlerweile dauerte der Stromausfall bereits über eine Stunde. Wir begannen, unsere Handys und Taschenlampen nur noch wenig zu benutzen, da wir nicht wussten, wann und ob wir wieder Strom bekommen könnten.

Immer wieder erhellte ein Blitz vor unserem Fenster den Regenwald – das sah sehr magisch aus. So richtig genießen konnten wir diese Naturgewalt nicht, da Silas fragte, was den passieren würde, wenn der Blitz in unsere Hütte einschlagen würde. Flo und ich überlegten uns, in wieweit die Hütte ein Faradayscher Käfig sein könnte oder nicht.

Am Ende lag jeder von uns im Bett eingekuschelt und wartete. Irgendwann siegte dann der Hunger und wir rannten durch den Regenschauer ins Haupthaus, das sockdunkel und bereits abgeschlossen war.

Als wir fragten, ob wir essen kochen könnten, erfuhren wir, dass von allem nicht mehr wirklich viel da war. Zum Glück funktionierte der Gasherd. Flo und ich schnippelten in Windeseile allerlei Gemüse, Cayo leuchtete mit der Taschenlampe und ich war sehr dankbar über meine Stirnlampe. Parallel dazu kochten die Nudeln. Wir haben ne neue Geschäftsidee. Nicht nur Essen im Dunkeln (also Dunkelrestaurants) warum mal nicht im Dunkeln kochen?

Es sah recht romantisch aus, wie die Flammen des Gasherdes in der Dunkelheit flackerten – uns war jedoch alles andere als romantisch zumute. Wir waren müde, genervt und hungrig. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst, wie abhängig wir vom Strom sind. Dazu hocken wir hier im Nirgendwo. Diese Gedanken heiterten uns auch nicht auf. Als ich beschloss, alles einfach zu nehmen, wie es ist. Ändern konnten wir ja eh nichts und einfach im Dunkeln stand und wartete bis die Nudeln gar waren, flackerte das Licht und es wurde wieder hell. Ich bin mir sicher, dass ich seit langem nicht mehr so dankbar war, Strom zu haben. Endlich konnten wir unser Essen sogar im Hellen genießen. Als wir dann abspülten war der Strom wieder aus. Was für eine Enttäuschung. Also Stirnlampe auf und weiter abwaschen. Das Abtrocknen sparten wir uns. Im Dunkeln tappten wir wieder zur Hütte und fanden uns schon mit einer stromlose Zeit ab. Die Geschichte endet mit einem Happy End. Nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich wieder Strom. Glücklich schliefen wir ein.

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