Herso meinte, dass er am Sonntag mit uns eine Tour am Fluss entlang machen würde. Wir sollten Badezeug und Sandalen anziehen. Herso gab jedem von uns einen großen aufgeblasenen Reifen und dann marschierten wir los. Wir wollten zuerst den Wasserfall sehen und dann mit den Reifen den Fluss hintertreiben. Da war ich ja mal gespannt. Normalerweise halte ich mich bei solchen Sachen ja eher zurück. Wir marschierten steil bergauf, immer den riesigen Reifen auf dem Rücken. Herso schlug uns den Weh durch den Dschungel frei. Instinktiv versuchte ich mich an den Ästen festzuhalten. Das habe ich mir sehr schnell abgewöhnt, da auch den Ästen allerlei Spinnen undso Schlangen sitzen können und manche Bäume hier echte Nadelbäume sind. An der Runde des Stammes wachsen tausend Nadeln, da möchte ich nicht so gerne rein fassen. Etwas mulmlig war mir schon zu mute, als wir so in Sandalen unterwegs waren. An einem Weg, Silas war mit seinem Fuß recht nahe an der Stelle, sahen Herso und die Kinder eine giftige Schlange, die grade Babys hatte und daher besonders aggressiv wäre. Ich wollte sie mir gar nicht anschauen. Ich war froh, dass sie bereits weg war. Die Wege waren rutschig und keiner von uns wusste, wie lange wir noch durch den Dschungel marschieren würden. Irgendwann beschloss ich, die Tour als ein Fitnesstraining zu betrachten, um wieder bessere Laune zu bekommen. Als es sehr steil bergab ging, schnitt Herso mit seiner Machte mir einen Stock , für den ich wirklich dankbar war. Schnaufend erreichten wir dann den Wasserfall. Es war imposant zu sehen wie die tosenden Wassermassen herabstürzten. Nach einer kurzen Verschnaufpause folgte eine Wanderung querfeldein, immer noch den Reifen tragend. Endlich waren wir am Fluss angelangt. Nun wurde es wirklich abenteuerlich, rein in den Reifen und sich dann treiben lassen. Ich musste mich echt überwinden, da reinzugehen, da ich das Gefühl hatte, keine große Kontrolle zu haben. Herso lachte herzlich über mich, wie ich mich überwand und dann hilflos im Reifen mich treiben ließ. Ich selbst habe lange nicht mehr so viel gelacht und war dankbar, das wir hier zu fünft alleine im Dschungel waren. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich die fahrt sogar genießen, wie wir still durch den Dschungel glitten. Was für ein wunderbarer Anblick. Nach einiger Zeit fing es dann zu regnen an, ein warmer Tropenregen, der auf uns niederprasselte. Der viele Regen machte den Fluss ein gutes Stück schneller und so bildeten wir mit unseren reifen eine Schlange, indem wir uns aneinander festhielten. Das war auch wirklich schön, so musste ich nicht so sehr drauf achtgeben, wo ich als nächstes ausweichen musste. Herso hielt ein-, zweimal am Rand an, um einen umgefallenen Baum ab zu hacken, der den Weg auf dem Fluss behinderte. Bäume fällen auf dem Wasser mit der Machete, interessant, dabei zuzuschauen. Wieder einmal merkte ich, dass Tropenregen glücklich macht. Vor allem, wenn man eine anstrengende Tour hinter sich gebracht hat und sich des Glückes noch mehr bewusst wird, wie genial dieses Fleckchen Erde ist.