Heute war unser erster Tag hier und nachdem wir gefrühstückt hatten (Nudeln, Reis und Pfannkuchen), ging es ans Arbeiten. Mit Rechen und Spaten ausgerüstet marschierten wir los. Hier war klar, was zu tun ist. Wir bekamen sogar gesagt, wann Feierabend sein wird. Die Kinder und ich durften die Trampelpfade von Blättern, Ästen etc. befreien und frei fegen. Flo und unser Camp-Kollege, Herso schaufelten in der Zwischenzeit neue Stufen zu dem Tempelpfad aus. Die Kinder hatten nach einer Weile keine Lust mehr und erkundeten den Pfad ein wenig. Nach kurzer Zeit kamen sie wieder und meinten, dass es in den Bäumen laut knacken würde und es sich nach einem Knurren anhörte. Herso meinte, dass es wohl Kapuzineräffchen sein müssten. Als ich den Pfad so vor mich hin fegte, eine echt anstrengende Tätigkeit, vor allem bei dem feuchtheißen Klima , lief mir nur so der Schweiß. Ach ja und neben dem Fegen war ich ständig dabei, die vielen Insekten, die hier rumschwirren, von mir abzuhalten. (Auch mit unserem Moskitospray). Es war schon unheimlich, wenn es da so über mir knackte und ich im dichten Baumgeäst nichts entdecken konnte. Flo und HErso waren ja ein gutes Stück von mir entfernt, wenn irgendein Tier erscheinen würde.
Flo und HErso waren zur Plattform zurückgegangen und hatten dabei das Glück, dass ihnen ein kleiner Ameisenbär (Tamandua) über den Weg lief. So nah, dass Flo ihn hätte streicheln können. Er kletterte dann den Baum hinauf. Dort konnten wir ihn beobachten. Das ist beeindruckend, zu sehen, wie hoch er klettern kann. Wir kennen den Tamadu nur vom Nachttierhaus im Frankfurter Zoo. Dort hat er ein kleines Gehege und kann gar nicht groß klettern.
Schließlich wurde ich von der Fegerei erlöst und wir machten uns zu 5 auf, um dünne Bäume zu schlagen, aus denen ein Geländer gebaut werden soll. Auf dem Weg fällt Herso noch einige morsche Bäume: entweder einfach mit der Hand oder er machte Baum-Karate, indem er gegen den Stamm trat. Sehr beeindruckend! Wir aßen frische Guaven vom Baum, bekamen indisches Zuckerrohr serviert (lecker nach dem anstrengenendem Fegen) und es wurden uns viele Dinge zu den Pflanzen und auch Insekten erklärt. Eine wirklich spannende Tour (die auch wieder sehr viel bergauf und bergab ging). Ich glaube, die Zeit hier im Dschungel wird eine Fitnessherausforderung für mich werden. Immerhin habe ich einen Stock bekommen, so dass ich bei den steilen Abhängen nicht mehr so zittern muss, dass ich ausrutschten könnte. Die Jungs sind dann Querbeet durch den Dschungel. Ich wartete auf dem Weg. Nach einer Weile bin ich zu Tode erschrocken, als es plötzlich dicht hinter mir laut brummte. Vorsichtig drehte ich mich um und sah in 30cm Entfernung einen wunderschönen, grün glitzernden Kolibri fliegen. Als ich mein Handy zückte, war er schon wieder weg.