Packen im Regenwald

Wir hatten im Regenwald nur Flos und meinen Rucksack dabei. Die Rucksäcke der Kinder ließen wir in Emilios Haus. Um wieder einen Überblick zu bekommen, räumten wir alles aus den Rucksäcken aus, um wie immer wieder zu sortieren und dann so einzupacken, wie wir es für die nächsten Tage am ehesten brauchen konnten. Als ich so mitten in den Kleiderhäufchen saß, lief mir eine mittelgroße Spinne über den Weg. „Ach, da ist ja eine Wolfsspinne,“ meinte ich. Herso kam, um sie anzusehen und meinte, „nein, es ist eine kleine Bananenspinne,“ Bei diesen Worten stand ich sehr schnell auf und bat ihn, das Tier zu entfernen. Er holte den Besen, um das Tier zu vertreiben – zu spät, die Spinne war geradewegs in die Kleiderstapel gelaufen. Nun hieß es tapfer sein. Flo und ich schüttelten jedes einzelne Kleidungsstück aus. Keine Spinne. Uff. Wir waren uns sicher, dass sie bereits über alle Berge war. Durch die Hitze im Regenwald ist man schon nach den kleinsten Tätigkeiten geschafft. Ich hatte den Rucksack zu ¾ gepackt und brauchte dann erst mal ne Pause. Nach einer Weile fragte ich Flo, ob er den Rucksack vollends zu Ende packen könnte. Er schaute in den Rucksack und stieß einen kurzen Schrei aus. Im Rucksack drin saß die Spinne! Was machen wir nun bloß? Zwischenzeitlich war Herso mit den Jungs zum Fischen an den Fluss gegangen. Flo nahm beherzt den Rucksack und schüttelte den Inhalt wieder aus. Als die Spinne dabei auf den Boden fiel, kehrte er sie von der Plattform. So viel Aufregung beim Packen hatten wir noch nie. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken beim Gedanken daran, dass ich dieses Tier irgendwie in den Rucksack gepackt haben musste. Mir scheint so, dass wir unsere Schutzengel hier im Regenwald gut mit Arbeit versehen. Wird vielleicht auch Zeit, den Regenwald zu verlassen, sonst müssen sie zu viele Überstunden machen.

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