Urbane Abenteuer: mit Bussen unterwegs in und um Quito

Nach unserem ersten Tag erweiterten wir unseren Radius. Zuerst spazierten wir eine Weile durch den Park und die Gegend, die sehr hügelig ist, bis wir beschlossen, nun mal den Bus auszuprobieren. Es gibt hier unzählig verschiedene Busse: gelbe, blaue, Elektrobusse an der Oberleitung,… Viele Busse haben ihre eigene Busspur, um nicht im Stau zu stehen.

In der Stadt ist die Bushaltestelle mit einem Eingang: dort sitzt jemand und verkauft die Tickets, die hier für Kinder 12 Cent und Erwachsene 25 Cent betragen. (In Ecuador gibt es nur US Dollar). Dann kommt man durch das Drehkreuz und ist quasi am Einstieg. Wir hatten uns eine Uhrzeit ausgesucht, in der nicht viel los war, so dass wir gleich Sitzplätze hatten. Flo verfolgte auf Googlemaps, wohin der Bus fuhr und so konnten wir recht die beste Haltestelle finden, um dort auszusteigen wo wir wollten.

Die Rückfahrt war nicht ganz so einfach. Es war gegen Abend und viele Menschen wollte aus der Innenstadt raus. Dies bedeutete für uns, dass der Bus richtig voll war und wir stehen durften. Das wäre ja alles gar nicht so schlimm, wenn der Busfahrer nicht geglaubt hätte, er wäre James Bond und mit einem Affenzahn durch die Gegend preschte und über die Straßen fegte. Selbst Silas, der ja wirklich hartgesotten ist, meinte, dass der Busfahrer wie die Sau fahren würde. Wir mussten uns mit beiden Händen festhalten. Selten war ich so froh, aus dem Bus draußen zu sein.

Für die Fahrt zum Äquator mussten wir verschiedene Busse nehmen. Zuerst bis zum Busbahnhof in der Stadt, von da aus dann den „Überland-Bus“. Im Überland-Bus zahlt man direkt im Bus, jedoch nicht beim Fahrer. Es gibt extra eine Person, die durch den Bus geht und abkassiert.

Busse sind hier Quito eine echter Umschlagplatz für Waren. An fast jeder Haltestelle kommen Menschen in den Bus, um ihre Waren zu verkaufen: Kugelschreiber, Kaugummis, Schokolade, Obst, … Damit es nicht ganz so eintönig wird, wechseln sich die Handeltreibenden mit Leuten ab, die im Bus singen. Sprich langweilig wird es bei einer Busfahrt in Quito nie.

Wir waren so ins Zuhören des Sängers vertieft, dass wir unsere Haltestelle: Äquator, verpasst hätten, wären da nicht die vielen netten Mitfahrer gewesen, die uns zuriefen, dass wir aussteigen müssten. Das ist immerhin ein Vorteil, wenn wir die einzigen Touris im Bus sind.

An den Haltestellen außerhalb von Quito gibt es keine Schilder, auf denen drauf steht, welcher Bus abfährt. Aus diesem Grund halten die Busse kurz an, öffnen die Tür und der Ticketverkäufer sagt in einer Redegeschwindigkeit wie Dieter Thomas Heck, wohin der Bus fährt.

Bei der Rückfahrt aus der Altstadt von Quito merkten wir erst beim zweiten Mal, dass verschiedene Busse an einer Haltestelle abfahren, auch wenn es mehrere Haltestellen nebeneinander gibt. So haben wir abends eine nette Stadtrundfahrt gemacht, als der Bus nur anfangs in die richtige Richtung fuhr…. Wir lernen dazu.

Auch was unser Spanisch anbelangt. So ist es wirklich von Vorteil, gut Spanisch zu können, denn nachdem wir vom Äquator zurückfuhren (wir wollten direkt in die Altstadt, um dort noch etwas zu schlendern) machten wir die Erfahrung, dass sich einige Türen nicht öffneten. Wir waren ganz am hinteren Ende des Gelenkbuses und wollten aussteigen, der Bus fuhr jedoch einfach weiter. So ging es ein paar Haltestellen lang, bis uns die Mitfahrer sagten, dass die hinteren Türen kaputt seien und wir zum Aussteigen ganz nach vorne müssten. Zu Viert bahnten wir uns einen Weg durch den absolut vollgestopften Bus. Kein leichtes Unterfangen, da wir wieder einen James-Bond-Busfahrer hatten und uns immer festhalten mussten, was wirklich schwer ist, wenn der Bus knallvoll ist. Die Menschen streckten mir hilfsbereit ihre Hand entgegen, damit ich mich festhalten konnte am Vorübergehen. Ich habe noch nie so viele Hände auf einmal geschüttelt (außer an unserer Hochzeit). Auch mal eine etwas andere Erfahrung. Als wir uns dann soweit vorgedrängelt hatten, wollte Cayo (als Kleinster kam er am besten durch) an der Haltestelle aussteigen und die Türe für uns aufhalten. Am Ausstieg der Haltestelle stand jedoch ein Polizist, der Cayo wieder in den Bus schob, so dass sich die Türe schloss und wir weiter fuhren. Cayo war wie vor den Kopf gestoßen während Flo und ich nur herzlich lachen konnten. Mittlerweile waren wir eh so was von unserem eigentlichen Ziel entfernt, dass wir sowieso wieder einen andren Bus nehmen mussten.

Wir sind gespannt, wie unsere anderen Busabenteuer aussehen werden.

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