Physik am Äquator

Diese Physikstunde hier werden wir alle so schnell nicht mehr vergessen. Wir bekamen ein Experiment zu sehen, dass sie Corioliskraft erklären sollte. Unsere Führerin stellte ein Waschbecken direkt auf die Äquatorlinie und ließ Wasser ins Waschbecken ein. Im Wasser waren einige Blättchen, so dass man erkennen konnte, wie das Wasser abfließt. Die Erklärung der Führerin war, dass hier am Äquator die Corioliskraft sich aufhebt und es daher beim Abfließen keinen Strudel gibt. Gesagt, getan. Die Dame nahm den Stöpsel aus dem Waschbecken und es war tatsächlich kein Strudel zu sehen. Dann nahm sie das Waschbecken und stellte es südlich vom Äquator auf. Das gleiche Spiel. Nun aber konnten wir deutlich einen Strudel erkennen, der sich im Uhrzeigersinn bewegte. Nun noch das gleiche für die Stelle nördlich vom Äquator. Und genau, der Strudel bewegte sich gegen den Uhrzeigersinn. Wir waren alle echt verblüfft. Die Corioliskraft ist nämlich dafür zuständig, wie sich die Winde bewegen. Die Luftmassen bewegen sich nämlich weg vom Äquator auf der einen Seite hin nach Süden, auf der anderen Seite hin nach Norden. So bewegen sich Wirbelstürme nördlich des Äquators gegen den Uhrzeigersinn und südlich vom Äquator im Uhrzeigersinn. Diese Kraft wirkt mehr oder weniger stark auf alle Bewegungen auf der Erdkugel.

Ich wollte es ja genau wissen und googlete nochmals nach, um dann festzustellen, dass es die Corioliskraft wirklich gibt. Die Sache mit dem Waschbecken jedoch ein Mythos ist. Dazu sind die Wassermassen viel zu klein. Die Erklärung ist eher, dass es auf das Eingießen des Wassers in das Waschbecken die Fließrichtung vorgegeben wird.

Jetzt kann ich auch verstehen, warum eine der Guides auf Flo zukam und ihn bat, das Experiment nicht alleine durchzuführen. Egal, auch wenn das Experiment ein Fake war, wir werden niecht mehr so schnell vergessen, warum und in welche Richtung sich die Luftmassen südlich und nördlich des Equadors bewegen.

Wir sollten mit geschlossenen Augen auf dem Äquator balancieren und die Arme dabei ausstrecken. Das war verdammt schwer. Es sah so aus. Als ob wir stockbesoffen wären. Cayo bekam es noch am besten hin. Ob das auch ein Fake war und es egal ist, wo man balanciert – witzig war es allemal.

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