Nachdem wir erst einmal ausgeschlafen hatten, waren wir alle natürlich ganz versessen darauf, zum nächsten Strand zu kommen. Lilia, unsere Vermieterin hatte uns eine Abkürzung gezeigt. Wir sind hier mitten in einem Wohngebiet gelandet. Nach nur ein paar hundert Metern kamen wir zu einem Trampelpfad, der direkt zur Station von Tortuga Bay führt. Mir war bereits am Flughafen aufgefallen, wie viele deutsche Touristen unterwegs waren. An der Station muss man sich ein- und wieder austragen. Am Eingang trafen wir auf eine deutsche Reisegruppe mit älteren Leuten, die gerade zurück gekommen waren und uns berichteten. Als wir losmarschierten, begann es zu nieseln. Nach unseren Tropengewittererfahrungen in Costa Rica, machte uns der Nieselregen gar nichts aus. Es war ein wenig windig, der Nieselregen hörte recht schnell auf und kam immer mal wieder. Wir hatten nur noch Augen für die tolle Landschaft. Um zum Strand zu kommen, führt ein ca. 2,5km langer, gemauerter Weg dorthin, vorbei an Kaktusbäumen und wilder Landschaft. Die berühmten Finken, anhand derer Darwin seine Evolutionstheorie entwickelt hatte, begleiteten uns den ganzen Weg über. Die Kids waren so wild auf den Strand, dass sie vorauseilten, da wir ständig anhielten, um zu fotografieren. Wir sind jedes Mal überrascht, mit welcher Offenheit und Neugierde die beiden, neue Orte entdecken. Als wir dann endlich am Strand ankamen (noch nicht Tortuga Bay), sahen wir die Kinder, wie sie gerade eine Sandburg bauten und völlig im Glück waren. Kein Wunder. Wir staunten nur über dieses herrliche Farbenspiel des Meeres in allen Blautönen, dazu noch das Blau des Himmels. Als hätte ein Maler eine Farbstudie über verschiedene Blautöne gemacht. Unglaublich. Dazu noch diese weiße Sand, der sich weich und kuschelig wie Puder anfühlte. Die Kids wussten, durch das Gespräch mit der deutschen Reisegruppe am der Station, dass hier am Strand die rote Fahne wehte und es zu gefährlich zum Baden war. So blieben sie am Rand des Wasser, das übrigens im Vergleich zu Costa Rica wirklich recht kalt ist. Die zwei bauten ihre Burg zu Ende und wir saßen einfach nur staunend da.
Gemeinsam wanderten wir in Richtung Tortuga Bay. Nach einer Weile lagen mitten auf dem Strand jede Menge Marine Iguanas, die es nur auf Galapagos gibt. Es ist ein sehr seltsames Gefühl, so zwischen den vielen Iguanas hindurch zu gehen. Die liegen einfach in der Sonne und wärmen sich auf, manchmal bewegen sie sich. Ihr Gang ist langsam und behäbig. Im Hintergrund die schwarzen Lavafelsen und das Meer, ich fühlte mich in einem anderen Zeitalter. Wir haben Glück, dass wir hier in der Nebensaison sind, so dass hier nicht allzu viele Touristen sind. Dann sind wir da im Tortuga Bay, hier kann man baden. Eine traumhafte Bucht, eingerahmt von Mangoven. Während die Kids im Wasser tollen und sich im Sand einbuddeln, sitze ich einfach nur staunend da und kann es die Schönheit gar nicht fassen.
Es ist recht kühl und windig, daher habe ich heute beschlossen nicht ins kalte Wasser zu gehen, bin immer noch gut erkältet. Die 3 Jungs sind mit Schnorcheln beschäftigt. Entlang der Mangroven gibt es einige Fische zu sehen. Unsere Rucksäcke dürfen wir an extra dafür bereitgestellte Holzpfosten aufhängen, da man nichts in die Bäume hängen soll, um das natürliche Gleichgewicht nicht durcheinander zu bringen. Ebenso ist es verboten, die Tiere zu füttern. Dies bedeutet auch, dass die Vögel, vor allem die frechen und neugierigen Finken, die sich auf deine Schuhe oder Füße niederlassen, nicht füttern darf. Im Park gibt es einige Parkwächter, die darauf achten, dass alle Regeln eingehalten werden. So auch die Regel, dass man einen 2m Abstand zu den Tieren einhalten soll.
Als Cayo Flo in den Pudersand einbuddelt, lernt er einen gleichaltrigen Jungen kennen, der mithilft. Der Junge meinte zu Flo, dass sein Vater auch Deutsch sprechen kann. Und so lernen wir Mathias kennen, der eine deutsche Mutter und einen ecuadorianischen Vater hat. Er lebt seit fast 30 Jahren hier und gab uns jede Menge Tipps. Zum Beispiel, dass am äußeren Rand der Mangroven kleine Weißspitzen Riffhaibabys schlafen. Wir gehen in die Richtung. Selbst vom Strand her kann man die Umrisse klar erkennen. Die 3 Jungs müssen natürlich gleich näher ran. Und dann schwimmt so ein Baby direkt an den Jungs vorbei. Ich begnüge mich damit, bis zu den Knien im Wasser zu stehen, um die Tiere zu beobachten. Ein erhabenes Gefühl.