Vom Ei zur Schildkröte

Neben der Darwin Forschungsstation ist die Aufzuchtsation für Landschildkröten. Damit möglichst viele Landschildkröten lebend aus den Eiern schlüpfen können und überleben, ist diese Aufzuchtstation da. Aus diesem Grund werden die abgelegten Eier ausgebuddelt und bei gleichbleibender Temperatur ausgebrütet. Je nach Temperatur entstehen aus den Eiern Männchen (28 Grad) oder Weibchen (29,5 Grad). Die Brutzeit beträgt 120 Tage. Bis so ein Schildkrötenbaby ganz aus dem Ei geschlüpft ist, dauert es zwischen 2 und 6 Tage. Die Babys haben an ihrem Bauch einen Eigelbsack, der ihnen bis zu 30 Tage lang mit Nahrung versorgt. In der Aufzuchtstation werden die Eier in einer dunklen Kiste aufbewahrt, in der Natur sind die Eier ja im Sand vergraben. Wenn die Babys dann geschlüpft sind, belieben sie einige Jahre in der Station. Auf der Station gibt es viele verschiedene Gehege mit verschiedenen Schildkrötenarten aus den verschiedenen Inseln. Die Schildkröten kommen, wenn sie etwas älter sind, in ein Trainingsgehege. Dort lernen sie, selbst nach Futter zu suchen und sich auf die Wildnis vorzubereiten. Nach 3 bis 4 Jahren werden sie dann wieder ausgewildert. Bevor die Schildkröten in die Wildnis ausgesetzt werden, kommen sie in Quarantäne. Seit 1983 wurden von dieser Station aus 5446 Schildkröten auf den verschiedenen Inseln ausgewildert, um das Überleben der Schildkröten zu sichern.

Bei den Riesenschildkröten gibt es verschiedene Arten. Die einen, die eher in den trockenen Gebieten heimisch sind, haben einen sehr langen Hals und längere Beine. Dadurch können sie besser an die höher gelegenen Kakteen und Pflanzen kommen. Riesenschildkröten, die vor allem im Hochland leben, sind flacher und haben kürzere Beine und Hälse. Sie finden recht einfach ihre Nahrung in Bodennähe.

Die Riesenschildkröten werden hier oft Bulldozer genannt, weil sie einfach über alles hinweggehen, unbeirrt einfach der Nase nach. Sie werden aber auch liebevoll die „Gärtner von Galapagos“ genannt, da sie sehr viele Früchte fressen und sie die Samen in ihrem Kot ausscheiden. In ihrem Kot können 70 bis 90 verschiedene Samenarten enthalten sein. Da Schildkröten lange Distanzen zurück legen können, verteilen sie so die Samen auf der ganzen Insel und sorgen für ihre Verbreitung.

Als ich noch andächtig die Schilder las, wie hier gearbeitet wird, waren die Kids schon längst auf und davon. Zu den Riesenschildkröten. Einige ausgewachsene Exemplare sind auch auf der Station. Beeindruckend diese Tiere. Eine Schildkröte lief gegen eine andere und es machte einen lauten Schlag, als ihr Panzer auf den der anderen Schildkröte krachte. „Schaut mal, die küssen sich!“ rief Cayo. Doch das waren keine Annäherungsversuche, sondern das Gegenteil. Die beiden Schildkröten standen sich Auge in Auge gegenüber und hatten richtig Streit. Glaubt man gar nicht, wenn man diese friedlichen Riesen so sieht.

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