Resümee Woche 9 & 10

Schon so viel Zeit vergangen? Ungläubig zählte ich die Wochen nach. Sind wir schon soo lange unterwegs?

Allmählich verlieren wir das Zeitgefühl. Wir wissen, wann Wochenende ist, denn sonntags sind die meisten Geschäfte hier geschlossen und Ausflüge machen wir wochentags, denn dann ist einfach viel weniger los. Obwohl wir keinen festen Tagespläne haben (stimmt wirklich!!!), schaffen wir es immer, den Tag anzufüllen. Die Kids lernen ein wenig und der Rest ergibt sich dann abhängig von Wetter und Laune.

Mir ist aufgefallen, dass mit zunehmender Dauer unserer Reise, der Kontakt zu den Freunden und der Familie immer wichtiger wird. Manchmal haben die Jungs schon Heimweh. Wir haben bemerkt, dass es dann das Beste ist, mit Freunden zu telefonieren (wenn die Zeitverschiebung das zulässt), dann geht es wieder besser. Bei mir selbst merke ich auch, dass ich manchmal auch einfach Tage brauche, an denen ich nichts groß unternehmen, um all die Eindrücke mal sacken zu lassen. Andererseits ist es jammerschade, wenn man in den vier Wänden bleibt und weiß, dass da draußen ein gigantisches Naturspektakel auf einen wartet. Das muss ich dann einfach aushalten.

Was mir aufgefallen ist, wie wenig wir allen unserer Kleidung Bedeutung geben. Wir haben recht wenig dabei und so haben wir keine große Auswahl. Angezogen wird, was grade nicht in der Wäsche ist und die Jungs haben zu 80% eh nur ihre Badehosen an. Ich habe sowieso bislang das Gefühl, zu viel Kleidung eingepackt zu haben. Das einzige Mal, als ich wirklich froh darüber war, war als wir in Quito ankamen und der Klimawechsel uns fast geschockfrostet hatte. Da hatte ich wirklich fast alles, was wir dabei haben, angezogen.

Ein wenig sind wir noch im „Urlaubsmodus“, das liegt vielleicht auch daran, dass wir es hier nicht geschafft haben, an einem Projekt mitzuarbeiten. Einerseits schade, andererseits ist es eben so. Wir denken daher darüber nach, unsere Reiseroute zu ändern, mal sehen, was und wie es sich ergibt.

So langsam ist die Muse und der Kopf da, um mal vor sich hinzudenken und nachzudenken, darüber, was man noch so vorhat im Leben. Flo und ich sind damit momentan eher jeder für sich damit beschäftigt und haben uns darüber bisher nur ein wenig ausgetauscht. Ich denke, dass es auch wichtig ist, dass das jeder erst einmal für sich macht, bevor man sich gegenseitig abstimmt. Was wirklich genial ist, ist die Erfahrung, dass wir völlig selbstbestimmt dieses Jahr gestalten. Wir können auch beispielsweise beschließen, dass wir den Rest der Zeit auf Tonga verbringen wollen – warum nicht! Pläne sind schöne Anhaltspunkte, die man verändern kann, wenn man merkt, dass man sich manche Dinge anders vorgestellt hat oder der Weg nicht in die gewünschte Richtung geht. Ja, man hat eine Erfahrung gemacht und kann daraus sein weiteres Handeln ableiten.

Was ich auch bemerkt habe, ist die Tatsache, dass die „äußeren Umstände“ zumindest für mich oft vorgeschoben sind. Jetzt, da ich ja alle Freiheit habe, setze ich immer noch nicht vieles von dem um, was ich mir gewünscht habe. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass es sich nur um „scheinbare“ Herzensangelegenheiten handelt und es im Grunde gar nicht „meine“ Herzensangelegenheiten sind, sondern Dinge, von denen ich denke, sie wären es. Da bin ich grade dabei, herauszufinden, wo ich stehe. Gar nicht so einfach. Ich bin jedenfalls neugierig darauf, was ich nicht nur während der Weltreise im Außen entdecke, sondern auch, was ich alles dabei über mich selbst erfahren und entdecken werde.

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