Nachdem unser erster Schnorchelausflug so viele Highlights und eine echte Superlative war, waren wir gespannt, wie die zweite Tour werden würde. Ich hatte immerhin von der ersten Tour gelernt, dass ich etwas Härteres gegen meine Seekrankheit brauchte und habe mir in der Apotheke Tabletten besorgt. Zum ersten Mal konnte ich die Fahrt auf dem Meer fast genießen. Ein neues Lebensgefühl, wenn der Magen nicht Achterbahn fährt, zumal die See sehr rau war, so dass wir die ursprünglich geplante Tour nicht machen konnten.
Wir waren eine bunt gemischte Truppe mit einer super Führerin, ein junges Mädel, das aus Puerta Ayora kam und neben vielem Wissen unsere Gruppe auch gut zusammen schmiedete. So hatten wir auch als Gruppe viel Spaß miteinander und waren nicht bloß 10 Leute, die zufällig alle am gleichen Tag schnorcheln wollten.
Auf der Fahrt zur Insel sahen wir aus dem Wasser eine Rückenflosse blitzen. Es war kein Hai, sondern ein Orca, der uns da über den Weg geschwommen kam.
Anfangs machten wir einen Abstecher zu den Felsen, auf denen die Blaufußtölpel nisten. Ein herrlicher Anblick, diese Vögel mit den ulkig blauen Füßen.
Wir fuhren erst zu den Felsen, auf denen die Seelöwen sind. Als wir im Wasser waren, schauten kurz 2,3 Seelöwendamen vorbei, sie waren dann aber auch schnell verschwunden. Bei Santa Fe waren auch recht viele Boote unterwegs, dort ist die Anzahl der zugelassenen Boote erheblich größer. Da die Seelöwenmännchen damit beschäftigt waren, ihr Revier gegen junge Seelöwen-Männchen zu verteidigen, waren nicht viele Seelöwen-Weibchen im Wasser und wir hielten Abstand von den Männchen, da sie gefährlich werden konnten, wenn man ihnen zu nahe kam. So haben wir leider nicht allzuviel von den Seelöwen im Wasser gehabt.
Schon von außen, bevor wir ins Wasser hüpften, konnten wir viele bunte Fische sehen. Dieses Mal schnorchelten wir in tieferem Wasser und sahen jede Menge größere Fische. Ganze Schwärme von Doktorfischen, richtig große Papagaienfische, einen großen Weißspitzenriffhai, der schlafend am Meeresgrund lag und etliche Rochen. Faszinierend und auch respekteinflößend, wenn sie so durch das Wasser fliegen. Ich genoss es wieder mit den Schwärmen zu schwimmen und machte die Erfahrung, wie es ist, gegen den Strom zu schwimmen. Ein merkwürdiges Gefühl, wenn einem ein Fischschwarm entgegenkommt. Nach der Mittagspause mit superleckerem Ceviche ging es nochmals ins Wasser. Es ist einfach unglaublich, wie viele verschiedene Fische hier herumschwimmen. Mathias hatte uns eine Übersicht mit den meisten Fischen, die auf Galapagos vorkommen, geschenkt, so dass wir nachsehen konnten, was wir alles gesehen hatten.
Auf dem Rückweg versuchten wir uns dann noch im Hochseefischen. Die Jungs waren ganz aufgeregt, als die Leinen losgeworfen wurden. Nach kurzer Zeit schon bissen an beiden angeln Fische an. Einer hatte so viel Power, dass er mit samt dem Köder auf und davon schwamm. Den anderen Fisch hatten wir lange am Haken und gerade als wir den Riesenfisch aus dem Wasser zogen wollten, sprang er vom Haken. Glück für die Fische, Pech für uns. Insgeheim war ich ganz froh darüber. Ich hätte nicht zusehen wollen, wie der Fisch getötet wurde. Mir sind sie lebendig dann doch lieber. (Obwohl viele auch wirklich gut schmkecken)
Der Tag war schön gewesen, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie beim ersten Mal. So ist die Natur eben. Es war auch ganz gut so, um sich mal wieder zu besinnen, dass die ganzen Tiere hier um uns herum der helle Wahnsinn sind und es eben nicht immer höher, besser, weiter geben muss.
Es gibt keine Garantie, DAS bestimmte Tier zu sehen.
Ich hatte den Tag genossen, ohne seekrank zu werden – ein neues Lebensgefühl! War auch ganz gut so, denn die Rückfahrt war so etwas von rau und holprig, ohne Tablette hätte ich da wirklich gelitten.
- Seelöwe
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