Nachdem wir nun fast einen Monat hier sind, haben wir viel Zeit gehabt, die ganzen Touristen (uns eingeschlossen) zu studieren. Langzeittouristen wie wir, sind eher die Seltenheit. Immer wieder haben wir ungläubige Blicke geerntet, wenn wir erzählten, dass wir hier 2 Monate bleiben wollen.
Wie bei jeder Typologie gibt es in der Regel meist Mischtypen mit unterschiedlichen Ausprägungen und auch viele Ausnahmen.
Typ: Reisegruppe – ohne Guide geht gar nichts!
Dieser Typ von Touristen ist immer im Rudel zu finden. Dort fühlt es sich sicher und geborgen. Dies liegt vor allem daran, dass ein Guide vor Ort ist, der sich auskennt, vieles erklären kann und eine Lösung für alles hat. Denn Überraschungen sind gar nicht sein Ding. Seine Reise hat er bereits lange vorgeplant und er weiß, was ihn an jedem Tag erwartet. Meist kann man ihn daran erkennen, dass er entweder ein Käppi des Reiseveranstalters auf dem Kopf trägt oder aber einen der Werberucksäcke des Reiseveranstalters. Da er sich meist in der Herde bewegt, merkt er oft gar nicht, was für andere Menschen außerhalb der Gruppe um ihn herum sind. Er ist bestens ausgerüstet, sowohl von der Kleidung her für alle Wetterlagen, als auch von der Technik: große Kamera, Go-Pro, Handy und oder Tablet. Nach Galapagos ist er gekommen, weil man das einfach mal gesehen haben muss und schließlich hatte der Kollege so sehr von den Inseln geschwärmt, da wollte er nicht ins Hintertreffen geraten.
Typ: Reisegruppe – mutig ohne Guide unterwegs
Dieser Typ ist ein geselliger Mensch. Er hat gerne andere Menschen, die er mag, um sich. Wenn man dann auch noch gemeinsam eine Reise unternimmt, umso besser. Um ehrlich zu sein, alleine würde er diese Reise nicht unternehmen, so viel Mut besäße er dann auch nicht. Die Reise gemeinsam zu planen gehört bereits zum ersten Happening in der Gruppe und verstärkt die Vorfreude auf die Reise. Geplant wird die Reise auf alle Fälle und je nach Gruppengröße können sich dann auch Unterguppen bilden, wenn die Interessen vor Ort auseinandergehen. Die Gruppe dieses Typus erkennt man daran, dass sie auch gerne mit anderen Menschen außerhalb der Gruppe Kontakt aufnehmen. Sie erzählen gerne von ihren Erfahrungen oder fragen auch Leute nach Tipps.
Ausgerüstet sind sie recht unterschiedlich, je nachdem, um welche Gruppe es sich handelt. Innerhalb der Gruppe sind sie jedoch sehr ähnlich angezogen und auch ihre Technik gleicht sich. Schließlich liegen sie ja auf einer Wellenlänge. Nach Galapagos kommt dieser Typus, weil es ein Abenteuer ist und weil die anderen Freunde es auch tun.
Typ: Alleinreisende
Sind auf Galapagos nicht sehr häufig zu finden. In der Regel versuchen sie unauffällig zu sein. Sie sind sehr mit sich selbst beschäftigt und der ganze Massentourismus schüchtert sie ein wenig ein. Sie wollen dieses Fleckchen Erde einfach für sich genießen. Sie nehmen selten Kontakt zu anderen auf. Wenn man sie anspricht, sind sie oft überrascht, dass man sie bemerkt hat. Man kann ihre Ausrüstung gar nicht generalisieren. Meist sind sie recht gut ausgerüstet und haben vor allem einen Selfiestick dabei, um auch Fotos von sich zu bekommen. Bei den vielen Gruppen, die es hier gibt, gehen sie häufig in den Massen unter. Dieser Typus geht nach Galapagos, da es zu den Orten auf der Welt gehört, die man einfach gesehen haben muss. Quasi ein Big Five for Life.
Typ: Pärchen-Reisende
Sind immer im Zweierpack zu haben. Nur in den seltensten Fällen trennen sie sich. Sie sind für alle Fälle gerüstet, wenn etwas fehlt, ist nicht so schlimm, sie haben ja zur Not immer noch sich selbst. Manche von ihnen, sehen nur den Partner, viele andere jedoch sind auch anderen Menschen gegenüber offen. Ausgerüstet sind sie wie fast alle der Touristen mit guter Technik und neugierig, was sie alles erleben werden. Einige von ihnen haben ihre Reise zwar vorher geplant, nehmen sich jedoch auch ein wenig Zeit für Zufälliges. Das Highlight der Reise ist es, gemeinsam ein Tier zu sehen und zu erleben, das ihnen beiden etwas bedeutet und natürlich ein leidenschaftlicher Kuss am Strand bei Sonnenuntergang. Galapagos bedeutet für die beiden eine Art Flitterwochen, um die zauberhafte Natur auch ein wenig sie selbst zu verzaubern.
Typ: für alle Fälle gerüstet
Dieser Typ geht immer auf Nummer sicher. Alles ist fest durchgeplant und wird eins nach der Reihe abgehakt. Angefangen mit der Ausrüstung: Kleidung für warmes und kaltes Wetter, eine umfassende technische Ausrüstung, mit zusätzlichen Ersatzteilen und Kameras, für den Fall der Fälle. Gut zu erkennen ist dieser Typ, da er einen riesigen Rucksack mit sich herumschleppt und meist zu warm angezogen ist. Da er so sehr mit seinem Plan und seiner Ausrüstung beschäftigt ist, nimmt er mit seiner Außenwelt kaum Kontakt auf. Er wirkt eher wir ein Soldat, der die vorgeschriebenen Highlights Punkt für Punkt abarbeitet und abhakt. Was ihn an Galapagos fasziniert? Ans abgelegenste Ende der Welt zu gehen und alles zu besichtigen, was es dort alles Sehenswertes zu sehen gibt.
Typ: nur das Selfie zählt
Dieser Typ legt sehr viel Wert auf sein Äußeres. Egal, ob es stürmisch ist oder Sonnenschein, die Kleidung muss modisch korrekt sein und dann nimmt man gerne unbequeme Riemchenschuhe oder welche mit Absatz in Kauf, wenn man damit beim Fotoshooting am Strand groß rauskommt. Ausgerüstet ist dieser Typ weniger mit praktischen Dingen, sondern eher mit Sachen, die fürs Auge sind. Riesige Strohüte beispielsweise, die optisch viel hermachen, jedoch am windigen Strand eher unpraktisch sind. Der Selfistick ist unabdingbar. Meist ist dieser Typus mit anderen seines Typs unterwegs, so dass sie sich gegenseitig in Szene setzen können. Andere Menschen um sie herum nehmen sie nicht wahr. Sie sind eher störende Kulisse in der wunderschönen Landschaft. Galapagos haben sie deswegen besucht, weil sie endlich mal in einer super schönen natürlichen Idylle sich in Szene setzen wollen und alle anderen auf Facebook, Instagram und sonst noch wo ausstechen möchten.
…. und wenn wir ehrlich sind, haben wir dann nicht von allen etwas in uns?