Die Freiwilligen der Organisation, bei der wir abends Englisch und Deutsch unterrichten, unternehmen auch mit den Kindern vor Ort verschiedene Dinge. Diese Woche gingen sie ins Hochland, um dort Obst zu pflücken. Silas und Cayo waren auch mit dabei. Vor dem Büro stand schon ein LKW, mit dem Angel, der bei uns im Unterricht ist, uns ins Hochland fahren würde. Ein paar Kinder standen bereits da und wurden von ihren Müttern verabschiedet. Leo, der Jüngste, war 5 und die anderen so um Cayos Alter rum. Was für eine herrliche Fahrt. Alle standen im offenen LKW und ließen sich den Fahrtwind ins Gesicht blasen. Die Kids jubelten und rissen ihre Arme in die Höhe. Wir kamen an einer Finca an, auf Touristen in Zelten campen können. Ein riesiges Areal mit vielen, vielen Obstbäumen: jede Menge Orangen-, Mandarinen-, Zitronen- und Mangobäumen. Dazu noch einige Papayabäume und Maracujapflanzen. Wie im Garten Eden! Auf der Finca leben auch einige Landschildkröten. Dies war die erste Attraktion für die Kids. Statt Streichelzoo gab es Schildkrötenfüttern. Sie liebten die frisch gepflückten Orangen und auch die großen grünen Blätter, die extra für sie angepflanzt wurden. Alle Kinder waren im Glück, als die Schildkröten ihnen aus der Hand fraßen. Weiter ging es dann mit Orangen pflücken. Die Kinder setzten sich auf die Schultern der Volontäre und pflückten los. Einige der Jungs waren anfangs sehr schüchtern, erst später trauten sie sich dann auch, mit zu pflücken. Die Säcke waren schnell gefüllt, obwohl wir das Pflücken oft unterbrachen, um selbst welche zu essen oder einfach das geniale Gelände genossen. Die Stimmung war ausgelassen, bei den Kids und bei den Erwachsenen. Wir kamen an einer ganzen Mangobaumallee vorbei – wie schade, dass um diese Jahreszeit keine Früchte auf den Bäumen waren. Das wäre ja fast wie im Schlaraffenland geworden! Nach der „Arbeit“ gab es auf der großen Wiese ein ausgedehntes Picknick. Jeder hatte etwas mitgebracht und teilte es mit allen. Es gab sogar eine Guanabana und Enriques Mutter hatte frischen Popcorn gemacht. Leo, der Jüngste gab ganz stolz jedem von uns ein Bonbon in die Hand. Zum Schluss wurde gespielt. Sackhüpfen macht man hier mit Reissäcken. Zuerst die Kinder, dann die Erwachsenen. Was für eine Gaudi, als alle durch das Gras kugelten. Eierlaufen mit einem Löffel im Mund und Dreibeinlaufen. Es war einfach schön, mal wieder im Kindergeburtstagsfeeling zu sein. Mit diesem Gefühl stiegen wir mit vollen Orangensäcken wieder auf den LKW und genossen sehr ausgelassen die Fahrt. Wir fuhren quasi in den Sonnenuntergang hinein – unbeschreiblich schön.







