Domingo ist ein Urgestein auf Isabela und bei uns im Englisch / Deutschkurs. Ich habe selten einen Menschen erlebt, der so aufmerksam und interessiert verfolgte, was beim Unterricht ablief. Domingo hatte uns zu sich am Sonntag auf einen Schluck Kokosnusswasser eingeladen. Er erklärte uns kurz, wo er wohnte, ganz in südamerikanischer Manier: „ Am Hostal links, dann 2 Blocks weiter und bis ganz zum Ende.“ Mit dieser Wegbeschreibung im Hinterkopf wanderten wir durch die Seitenstraßen von Puerto Villamil, was eigentlich keine große Herausforderung ist, denn das Dörfchen ist winzig. So ab von den Touristenpfaden wurde es dann doch abenteuerlich, da aus jedem Haus bellende Hunde schossen. Die grobe Richtung wussten wir, dann entschieden wir uns zu fragen. Die Frau mittleren Alters, fragte zurück: „Domingo? Kennen Sie den Nachnamen?“ Natürlich kannten wir ihn nicht. Die Frau war wirklich nett und meinte, ob er etwas älter wäre und am Flughafen arbeite. „Ja genau der Domingo.“ „ Die Richtung stimmt, er kommt immer diese Straße entlang. Wo er jedoch genau wohnt, das weiß ich auch nicht.“ Wir hatten dazugelernt. Als wir den nächsten Menschen fragten: „ Können Sie uns sagen, wo wir Don Donmingo finden könnten. Er ist etwas älter und arbeitet am Flughafen.“ Wir bekamen diesmal eine genauere Wegbeschreibung. Bis zum Ende der Straße durchgehen. Also marschierten wir weiter Richtung Dorfrand. Das Dumme war, dass die Straße sich gabelte und es kein Geradeaus gab. Wir entschieden uns für eine Straße und wollte wieder fragen. Ich starb mehrere Tode, da von überall her Hunde bellend und kläffend auf uns zuschossen. Den Blicken der Menschen zu folgen, verirrten sich hier in der Regel kaum Touristen. Wir hatten uns in der Straße geirrt. Schließlich und endlich waren wir dann vor seinem Haus und hörten ihn unter der Dusche singen. Immerhin hatten wir die erste Hürde genommen. Bei der Einladung hatten wir uns ganz nach latino-Art auf den Nachmittag gelegt. Wir schauten und ein wenig und und warteten, bis Domingo fertig geduscht hatte.
Frisch geduscht und gut gelaunt zeigte er uns eine seiner Palmen und Flo durfte die Kokosnüsse pflücken. Eigentlich war es gedacht, dass Flo mit dem Seil die Kokonüsse einzeln runterholen sollte. So ganz verstanden wir Domingo nicht. Schließlich einigten wir uns darauf, dass er die Früchte abdrehen sollte. Die Kokosnüsse waren groß und schwer und das Kokoswasser richtig super lecker. Anschließend wurde die Nuss aufgeschlagen und das weiche Fruchtfleisch konnten wir löffeln. Lecker, lecker. Das Kokoswasser und das Fruchtfleisch hatten uns pappsatt gemacht. Domingo erzählte noch ein wenig über Isabela. Vor seinem Haus hört man das Rauschen des Ozeans, so nah ist das Haus ans Meer gebaut. Es war ein wirklich netter Nachmittag gewesen.