Sich organisieren in La Paz

Puno und die Busreise hatte uns geschafft. Flo brauchte unbedingt ein neues Handy und so machten wir uns auf, die Stadt etwas zu entdecken. La Paz ist eine Millionenstadt. Silas und Cayo waren schockiert über den Dreck, den Müll, die Armut, den Gestank. Während Flo mit Silas lernte, ging ich mit Cayo das Frühstück einkaufen. Die Gegend hier ist direkt an einer großen Straße und Läden gab es weit und breit nicht. Außer dem Frühstück brauchten wir auch dringend WC-Papier, denn das war alle. Also blieb mir nichts anderes Übrig, als eine Frau, die am Straßenrand saß, zu fragen, wo es „einen Supermarkt“ hier gibt. „Supermercado? „ fragte sie mich ungläubig. „Ich meine, irgendein Geschäft, in dem es Brot zu kaufen gibt und WC-Papier.“ Daraufhin erheiterte sich ire Miene und sie erklärte uns den Weg. Wir kamen an einen Kisok, der mit einem Gitter abgesperrt war, an. Ich fragte vorsichtshalber, ob geöffnet sei. Über das Gitter hinweg fragte ich, was sie so alles habe und was es denn kostet, denn in der Eile hatte ich nur einen 50 Blivianosschein eingesteckt und nicht daran gedacht, dass dies gar nicht so viel ist wie in Soles. Also stand ich nun am Gitter und rechnete, war wir uns alles davon lesiten konnten. Schließlich hatten wir das billigste WC-Papier gekauft, eine Packung Brötchen, 8 Eier und eine Glas Erdbeermarmelade und es gab sogar noch Rausgeld! Wir spazierten zurück und hatten dann das Problem, unser Haus wieder zu finden. Schließlich, nachdem wir beim falschen Haus waren und dann doch lieber fragten, hatten wir es endlich gefunden.

Während Flo mit Cayo lernte, kümmerte ich mich um die Wäsche, die höchste Zeit wurde. Hier gabe es sogar eine Wäscheleine draußen. Ich setzte heißes Wasser auf dem Gasherd auf und wusch Waschbecken voll für Waschbecken. Ich freue mich schon riesig darauf, wenn wir mal wieder heißes Wasser direkt aus dem Wasserhan bekommen! Momentan fühlt sich das wie Weihnachten an.

Nach dem Frühstück ging es los. Als wir zu den Gondeln spazierten, die über La Paz hinwegfahren, glaubten, wir in einer anderen Welt zu sein. Hier war es sauber und gepflegt, fast so wie auf dem Frankfurter Flughafen. Dieser krasse Unterschied zweischen Arm und Reich war für uns alle ganz schön bedrückend. Als wir in den Gondeln saßen, sahen wir, wie dicht bebaut la Paz ist. Wir fuhren in Richtung Altstadt und suchten dann nach einem Handy für Flo, was uns schließlich auch gelang. Es war ein kleine Minihandy-Laden. Während flo mit dem jungen Kerl sprach, saßen die Kinder un dich auf der Bank und warteten. Es fühlte sich für uns an, als ob sie stundenlang da verhandeln würden. Endlich kam Flo und meinte, dass er die Dollars wechseln würde, da der Verkäufer keine Dollars annahm. Die beiden zogen „kurz“ los. Die Kinder waren schon recht genervt und ich auch. Wir warteten und warteten und die Stimmung wurde schlechte rund schlechter. Ich überlegte mir, ob Flo auch wiederkommen würde und gerade als ich kurz davor war, in den Miniladen zu stürmen und nach meinem Mann zu fragen, kam Flo und der Verkäufer zurück. Flo hatte nachdem er kein Geld auf der Straße wechseln konnte, einfach vom Bankautomat Geld abgehoben. Völlig entnervt kauften wir uns noch gebratenen Reis zum Mitnehmen, der ebenfalls eine Ewigkeit dauerte.

1 thought on “Sich organisieren in La Paz”

  1. Wie geil ist das denn -> trotz der kleinen Widrigkeiten die Euch in La Paz begegnet sind -> ich hoffe Ihr wisst es zu schätzen was Ihr für ein Glück habt, all diese tollen Orte zu sehen und die ganzen großen und kleinen Abenteuer zu erleben. Grüße Euer Andi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert