Als ich bei Airbnb nach einer Unterkunft in Puno suchte, sah ich, dass es auch möglich war, auf einer der floating Islands der Uros übernachten zu können. Klar, das wollten wir alle einmal ausprobieren und so buchten wir 2 Übernachtungen dort. Die Uros sind ein eigenes volk mit einer eigenen Sprache, die sowohl in Peru als auch in Bolivien auf dem Titicacasee leben. Sie leben auf kleinen Inseln, die auf dem Titicacasee schwimmen. Die unterste Schicht besteht aus Erde und Wurzeln auf dem das Schilf wächst. Eine Insel besteht aus mehreren Blöcken aus Schilfwurzeln und Erde, die mit Stöcken und Seilen miteinander verbunden wurden. In der Regenzeit, wenn der Titicacasee mehr Wasser hat, fahren sie 6 bis 7 km weit, und schauen, ob einige der Wurzelballen im See treiben und ziehen sie mit Seilen zu ihrer Insel. Die Insel von Dario, auf der wur 2 Tage verbrachten, ist 10 Jahre alt und besteht aus 15 verschieden große Blöcke. Wenn die Wurzelballen,die etwas über 50cm tief sind, verschnürt sind, kommt eine Schicht getrocknetes Schilf darauf (auch ca. 50 cm hoch). Durch die Feuchtigkeit verrottet das Schilf recht schnell und so muss alle 15 Tage wieder eine neue Schicht getrockentes Schilf auf die Insel gelegt werden. Die Häuser der Uros waren ursprünglich komplett aus Schilf (heutzutage aus Holz, Wellblech (im Dach) und Schilf. Die Häuser stehen nicht direkt auf dem Schilfbiden, sondern auf einer Holzkonstruktion, so dass sie nicht so schnell verrotten. Die Häuser müssen jedoch auch regelmäßig ausgetauscht werden. Wird die Insel mit Schilf aufgestockt, so müssen die Häuser verrückt werden und auch mit Schilf aufgestockt werden. Der Bau eines Hause dauert ungefähr 1 Monat, der Bau eines Schilfschiffes 14 Tage.
Zurück zu unserem Inselabenteuer. Wir wurden mit dem Taxi (ein Verwandter von Dario) abgeholt und ein gutes Stück raus aus Puno in Richtung See gefahren. Irgendwann fuhr das Auto dann einfach von der Fahrbahn ab auf einen Sandweg. Das Auto hielt dann direkt an einem Zugang zum See, der nicht groß ausgebaut war. Darios Frau erwartete uns bereits mit einem kleinen Motorboot. Unser Gepäck wurde auf das Boot gehievt und dann wir. Das Ufer des Titicacasees ist wirklich suoer vermüllt und verdreckt. Im Schilf liegen viele Plastikflaschen und anderer Müll. Das riecht man natürlich auch. Anfangs waren wir etwas geschockt, wie wir mit dem Boot durch das Schilf und den Müll lavierten. Als wir dann aberweiter im See waren, sah es dann anders aus. Der Titicacasee sah wirklich wunderschön aus und überall sahen wir die kleinen Inselchen und die Schilfboote davor. Dario empfing uns auf der Insel. Sie war winzig, Gerade 3 Familien leben hier. Als wir ankamen, hatten wir das Gefühl im Paradies gelandet zu sein. Die ganze Insel besteht nur aus Schilf. Unsere Hütte bestand auch aus Schilf. Silas, Cayo, Flo und ich sagten einstimmig, dass wir hier länger als 2 Tage bleiben könnten. Diese Ruhe war unglaublich. Es war genau das, was wir nach dem ganzen Stress in Puno brauchten. Wir legten uns in die Sonne, Silas nahm sein zeichenzeug und malte und Cayo stürzte sich ins eiskalte Wasser des Sees. Einfach herrlich! Am nächsten Tag durften wir mit dem Schilfboot mitfahren, um Schilf zu schneiden. Das Innere des Schilfs kann man auch essen, Es enthält viel Jod und die Schilfblätter werden auch gegen Fieber eingesetzt. Als wir wieder auf „unserer“ Insel waren, verteilten wir das Schilf auf der Insel. Abend gab es dann Lagerfeuer. Ach ja , das Essen hier war superlecker: frische forelle aus dem Titicacasee und einmal gegrillte Hühnerbrust. Morgens gab es Uros Brot, das wir alle liebten und gleich nach dem Rezept fragten. Wir bekamen ein ca. Rezept, das wir erst einmal zu Hause testen werden, bevor wir die genauen Angaben raus haben. Nachts wird es auf der Insel wirklich bitterkalt. Im Winter kann es bis zu minus 15 Grad nachts werden! Wir bekamen Uro-Wärmeflaschen: einfach und genial: genial einfach. Es waren 2,5 Liter Flaschen mit warmen Wasser gefüllt und drum herum einer Strickummantelung. Das war herrlich, denn im Bett war es wirklich kalt und es gibt keine Heizung auf der Insel. Nur eine kleine Solarplatte, die für Strom sorgt. Wir setzten uns abends in Decken gewickelt in die Liegestühle und genossen einen giantischen Sonnenuntergang – der absolute Wahnsinn! Wir waren etwas traurig, als wir wieder gehen mussten, andererseits, waren wir auch froh, denn die Insel ist winzig und sehr, sehr einfach alles. Morgens um 5.30 Uhr fuhren wir mit dem Boot zurück in die Zivilisation und zum Busbahnhof, weiter in Richtung La Paz.









