Dem Himmel so nah

Spontan sind die Südamerikaner, das wusste ich zwar, jedoch nicht SO spontan. Als ich bevor der Speisesaal eröffnet wurde, mit Doris auf der Treppe saß und das wundervolle Wetter bestaunte sowie den Blick zum verschneiten Berg, meinte ich, dass ich irgendwann einmal dort hin gehen möchte. Als alle Gäste nachmittags gegangen waren, rief uns Doris und meinte, dass wir noch einen kleinen Ausflug machen würden mit uns und ein paar Jungs. Ich war etwas verdutzt, da wir noch packen mussten und das Häuschen putzen, denn in der Nacht um 3:00 Uhr würden wir zum Flughafen fahren. „Nehmt euch etwas Warmes mit!“ forderte sie uns auf. Uns so fuhren wir im Minibus los. Und zwar in Richtung verschneitem Berg. Durch El Alto durch, immer weiter nach oben. Silas w´ging es nicht gut. Wir wussten nicht, ob es an dem vielen Cola lag, das er während der Eröffnung getrunken hatte, ich glaube eher, dass es an der Höhe lag. Als der Fahrer kurz Pause machte, nutze Silas die Gelegenheit, seinen Magen zu entleeren. Danach ging es ihm wieder besser. Wir fuhren immer höher und höher hinauf. Die breiten Straßen wurden schmaler und schmaler und Cayo ging es von Serpentine zu Serpentine schlechter. Er muss wohl die Höhe nicht vertragen. Zuerst war ich fasziniert von dieser gigantische schönen Landschaft, dem Blau des Himmels, den Wolken, die zum Anfaqssen nah waren und den spieglglatten kleinen Seen im Tal. Einmal kam eine Lamaherde vorbei, machnmal begegneten uns streunende Hunde. Und immer wieder gab es am Wegesrand jede Menge Müll. Die Straßen wurden so schmal, dass ich seitlich aus dem Fenster in den Abgrund sehen konnte. Immer wieder musste der Fahrer Felsbrocken oder Schlaglöcher ausweichen und ich wagte es nicht mehr, aus dem Fenster zu schauen. Statt dessen bat ich alle vorhandenen Schutzengel, auf uns aufzupassen und sah nur noch nach Vorne. An einer Stelle warem am Wegesrand 4,5 Kreuze mit Bildchen aufgestellt. Das führt nicht gerade dazu, dass ich mich wohler fühlte. Als das Auto stecken blieb und wir austeigen mussten, um es anzuschieben, war ich froh, wieder festen Boden auf unter meinen Füßen zu haben. Cayo ging es wirklich sehr schlecht, auch er musste sich erbrechen und legte sich dann ins Auto auf meinen Schoß, während die anderen den Berg erkundeten. An einem Wasserfall nahm Flo die höchste Dusche seines Lebens. Wir waren bestimmt auf 5000 Meter. Ich genoß den Ausblick aus dem Fenster und hoffte, dass die Rückfahrt nicht so schlimm werden würde wie die Hinfahrt. Zum Glück war es auch so und wir fuhren noch bei Tageslicht den Berg hinunter. Es war ein wundervoller Ausflug gewesen, der bei uns allen in Erinnerung bleiben würde. Obwohl wir hundemüde waren, wurde dann noch verabschiedet und ganz, ganz zum Schluß packten wir dann und machten sauber. An viel Schlaf war nicht zu denken.

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