„Westliche Zivilisation“

Am nächsten Morgen, eher Nachmittag, wir kämpften ganz schön mit der Zeitverschiebung, gönnten wir uns westlichen Luxus. Wir gingen zu Mc Donalds und kauften uns einen Big Mäc. Das war so richtig dekadent und tat nach so vielen Monaten echt gut. Dann fuhren wir zum Nelson Mandela Square, um dort ein wenig einzukaufen, da in der Wohnung nichts essbares war. Das Einkaufszentrum unterschiedet sich überhaupt durch nichts von den Einkaufszentren in Deutschland. Die Kinder genossen den Einkaufsbummel, stöberten im Musikgeschäft herum und hielten nach neuen Turnschuhen Ausschau, da sie die alten ja in Bolivien verschenkt hatten. Ich genoss es, im riesigen Supermarkt umherzuschlendern und westliches Essen zu entdecken: Müsli, Schokocreme, Weet-a-Bix, Kiri, Salami (all die Dinge, die wir seit so vielen Monaten nicht mehr auf dem Teller hatten). In Bolivien hatte es zweimal am Tag Reis gegeben – davon haben wir momentan erst einmal genug.

Nach der Zeit in El Alto mit der Armut war das Einkaufszentrum ein echter Kulturschock für uns und gleichzeitig wieder etwas Vertrautes, was wir seit langer Zeit nicht mehr hatten. Cayo sprang durch den Springbrunnen und genoss im warmen Wetter eine Dusche.

Ich muss auch zugeben, dass es schön war, mal wieder so richtig westliche Zivilisation zu erleben. Da wurde mir erst bewusst, wie trist die Stimmung in El Alto war.

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