Südafrika – was für eine tolle Erfahrung

Für mich teilt sich unsere Zeit in Südafrika in 3 Blöcke auf, bzw. in mehrmals 3 Blöcke:

  • Jo’burg (Sandton)
  • Kruger-Park
  • Jo’burg (Soweto)
  • recovering nach Südamerika
  • Naturwunder der Extraklasse
  • Land der (noch ?) nicht überwundenen Rassentrennung
  • DHL & andere Erfahrungen
  • Freundlichkeit & Lebenslaune
  • deutsches Effizienz- / Effektivitätsdenken vs. Zeit & Raum in anderen Dimensionen
  • Reiselust 
  • Reisefrust
  • Vor-Ort

      Jo’burg (Sandton)

      Nach dem Flug über den Teich und der etwas nervigen Apartment-Suche (da der Airbnb-Standort eine Strasse im Süden angezeigt hatte, die Wohnung aber im Norden lag), haben wir uns Jo’burg im wahrsten Sinne des Wortes erfahren – ich war wirklich froh über unser Mietauto ; so konnten Silas & Cayo hinten schlafen, währen wir Jo’burg erkundeten. Mit dem anrufen hat es dann noch irgendwie geklappt – der Akku von den Handys gibt immer gemäß Murphy den Geist auf.

      Sandton ist das absolute Wohlhabenden-Viertel, mit eingekasteltem Wohnbereich & Sicherheitspersonal, mit shopping mall und Flaniermeile, mit Privatschulen, mit allen westlichen Nobelkarossen.

      Nach dem Flug und der Reisezeit in Südamerika eine willkommene Luxusoase, um mit / bei Mc Donald’s, stundenlangen (Einkaufs-) bummeln, echten Supermärkten und viel Schlaf-Nachhol-Stunden den Akku wieder aufzutanken.

      Ein beeindruckender Besuch: das Apartheid-Museum; später mehr dazu:

      „To be free is not merely to cast off one’s chains, but to live in a way that respects and enhances the freedom of others.“ 

      (Nelson Mandela)

      Kruger-Park

      Dank der Tipps von Claudia & Eric haben im Norden angefangen und sind dann in 2-3-Tages-Schritten durch den Park in Richtung Süden. Gleich nach dem ersten Passieren der gates hatten wir innerhalb von 2 Stunden schon  so viele Begegnungen: von Impalas über Elefanten und Zebras, die buchstäblich neben oder vor uns auf dem Weg rumliefen („zebra crossing“ hat nun für uns eine sehr lebendige Bedeutung; m. E. im Verkehr die am unberechenbarsten Tiere: alle in der Herde springen bspw. nach links davon, nur ein Tier beschliesst plötzlich einen Richtungswechsel nach rechts in Richtung der eigenen Motorhaube. Glücklicherweise ist nie was passiert – bei ca. 20 km/h steht man sofort und das ist eine prima Beobachtungsgeschwindigkeit).

      Im Lauf der +- einen Woche, die wir im Kruger waren, hatten wir dann wirklich noch alle „Wunschtiere“ zu sehen bekommen, manchmal überraschend mitten an der Hauptstrasse, manchmal mit scharfem Blick von Silas & Cayo. Für mich am beeindruckendsten die Rhinos, die mit einer erhabenen Ruhe eine friedliche Präsenz und Dominanz ausstrahlen – wow, was für tolle Tiere.

       

      Hier im ganzen Nationalpark sagt mein Herz ganz deutlich: „Ich will wieder hierher“. Anders formuliert: Am Olifant River morgens 5.00 Uhr das Flussdelta betrachtet kam mir der Gedanke:“Hier will ich sterben“.

      Bis dahin fliesst aber noch viel Wasser den Olifant respektive den Main runter – aber die Szenerie ist einfach ergreifend.

      Jo’burg (Soweto)

      Auch hier wieder Danke an die 2 Afrika-Experten. Inmitten von Soweto kamen wir bei Lebo’s backpacker unten.

      Unterwegs dahin (vom Kruger kommend) überall freundliche, Dich grüssende Leute, Kinder & Erwachsene; man fährt mit Schrittgeschwindigkeit, da überall auf der Strasse zusammengesessen, gespielt wird; sich einfach ein Teil des Lebens hier abspielt.

      Ganz am Anfang noch ein wenig ein mulmiges Gefühl, wenn Du als Weisser im Auto sitzt, um Dich herum nur Leute sind, denen es deutlich schlechter geht.

      Sobald dann allerdings die Gelegenheit kam (gleich beim aussteigen), mit den Menschen in Kontakt zu kommen, schwand das mulmige Gefühl und machte einem immer wieder erfahrenem Gefühl Platz:

      Je (äusserlich) schlechter die Lebensumstände der Menschen sind, mit desto mehr Offenheit, Freude und einem „lebe jetzt!“ sind die Begegnungen angefüllt. 

      Und dies auch vor dem Hintergrund, dass sich jeder darüber bewusst ist, wie unterschiedlich die Start- & Lebensbedingungen aller Beteiligten ist; mir fällt das meist eher schwer und mir ist die Situation meist irgendwie peinlich – eines meiner Lernfelder, um einen Umgang mit der Situation zu finden, der für beide Seiten Nutzen stiftet.

      recovering nach Südamerika
      Costa Rica, Ecuador (Galapagos), Peru & Bolivien – tolle Länder mit tollen Leuten; eine Wirklichkeit so unterschiedlich von der Wirklichkeit back home in Frankfurt.

      Sicherlich gibt es in all den genannten Ländern die Möglichkeit, in einer ähnlich gestalteten Wirklichkeit zu leben, wie im westlichen Europa; dies würde unserer Art (und unserer Art, zu reisen) jedoch überhaupt nicht entsprechen.

      Als wir dann in Sandton ankamen, war es doch ganz gut, auch wieder in eine westliche Wirklichkeit zurückgeholt zu werden – auch um Unsichtbares zu heilen:

      • Entbehrung von Dingen, die zu Hause selbstverständlich sind
      • Frust mit Handy weg überwinden
      • eine Umgebung, in der die Armut nicht so direkt sichtbar ist (was unbewußt die Kinder und uns mehr belastet, als wir erwartet hatten)

        Und ganz banal der Luxus von heisser Dusche, Badewanne, ausschlafen, abwechslumgsreichen Lebensmitteln, einer 2-Zimmer-Wohung, etc.pp.

        Naturwunder der Extraklasse

        Schon der erste Landschaftseindruck – völlig anders, als erwartet und wunderschön: so viel grün hätte ich niemals erwartet, viel Buschwerk und kleine Bäume und fast so intensiv, wie im Regenwald von Costa Rica.

        Die Bilder über dem Olifant River (s.o.) werde ich auch nicht vergessen:

        Ich schreibe noch weiter, jetzt aber erst ‚mal eine Mütze voll Schlaf (die erste in Daresalam).

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