In meinem Kopf sah es so aus wie in meinem Nähmäppchen. Alles war durcheinander, die verschiedenen Bindfäden hatten sich verheddert, einzelne Nähnadeln lagen rum,…. Jetzt nahm ich mir endlich mal Zeit, um alles aus dem Mäppchen zu nehmen, auszubreiten, zu entwirren, wegzuschmeißen und wieder ordentlich aufzuwickeln und einzusortieren. Ich fühlte mich gerade so richtig gefangen in all meinen Gedanken: wie wird die Reise weitergehen? Alles fühlte sich so anstrengend an: die Safari organisieren, das Visum für Kenia, mit welchem Bus von Arusha nach Nairobi zu kommen, Unterkunft in Nairobi finden und in Dubai,… alles schien viel und kompliziert. Dazu noch zu wissen, nur noch eine Kreditkarte zu besitzen und unser Notdollarbestand war sehr geschrumpft, nachdem wir damit unsere Safari bezahlt hatten. Daher beschloß ich, etwas mit den Händen zu tun, um meine Gedanken aus der Spirale zu bekommen. Da war es wunderbar, dass ich endlich mal die Löcher, fehlenden Nähte etc. in unseren Kleidern flickte und gleichzeitig das Nähmäppchen aufräumte. Als ich mit dem Flicken und Nähzeug sortieren fertig war, merkte ich, wie es mir selbst auch wieder besser ging und ich nicht mehr lamentierte und mit mir haderte. Mein Tipp an alle Reisende: nehmt unbedingt Nähzeug mit (haben wir bislang schon sehr häufig und ausgiebig gebraucht): ist nicht nur nützlich zum Flicken und Reparieren, sondern kann Balsam für die Seele sein!