Als wir den Flug von Pemba nach Arusha gebucht hatten, grinste mich Flo groß an. „Weißt du, dass wir da als Flugzeug eine Propellermaschine haben werden?“ Ich fand das ja gar nicht so lustig. Da würde ich wieder vol aus meiner Komfortzone herauskatapultiert werden. Ich hatte sogar noch früher das Vergnügen, da wir von Sansibar nach Pemba auch eine Propellermaschine hatten. Ich sagte mir immer wieder, „es sind nur 20 Flugminuten; da wird schon alles gut gehen.“ Als wir dann in die 12-sitzige Maschine einstiegen, waren nur noch 4 Plätze frei. Ich setzte mich neben eine junge Tansanierin, die gerade ihr ein Tag altes Baby stillte. Das waren Aussichten. Wenn das Kleine nun de ganen Flug über brüllen wird, weil es nicht gerne fliegt? Dann ging es los. Der Co-Pilot stellte sich kurz vor. „Ich bin Phil und der Pilot ist James. Herzlich willkommen. Also die Rettungswesten sind unter eurem Sitz, bitte schnallt euch an. Wenn keiner mehr Fragen hat, können wir loslegen.“ Und dann ging es los. Wir fuhren eine ganze Weile auf dem Rollfeld und es fühlte sich für mich so an, als ob das Flugzeug in Sclangenlinien fahren würde. Dann endlich hob der Flieger ab. Ich dachte, es sei besonders sinnvollm vorne durch das Cockpit rauszuschauen. Denkste! Es sah aus, als ob ich in einem der Stummfilme gelandet wäre, wie hieß da die Serie nochmasl „Menschen in fliegenden Kisten“ ? Oder so. Also doch lieber nach draußen schauen und die wunderschöne Landschaft bewundern, das türkisfarbene Meer und die kleinen Inselchen. AM Anfang war es echt böig und ich fragte mich wirklich, ob 20 Minuten wirklich soooo lang sein können. Am Ende war ich froh, als wir wieder heil am Boden waren. Übrigens, der Kleine Usain schlief den ganzen Flug über oder trank friedlich bei der Mama. Der hatte noch nie was von Flugangst gehört. Am nächsten Tag durfte ich mich gleich wieder meinem Unbehagen beim Propellerfliegen stellen. Sie Kinder freuten sich riesig, wieder im Propellerflieger zu sitzen. Diesmal waren wir die einzigen Weißen, die nach Tanga fliegen wollten. Tanga, das hörte sich spannend an. Ich dachte ja immer das wäre Unterwäsche. Dass es ein Ort sein könnte, an dem ich einmal umsteigen würde, hätte ich nicht vermutet. Der Flug (auch wieder im 12 Sitzer) war erstaunlich gut ohne großen Böhen. Ich war richtig stolz auf mich, dass ich während des Fluges sogar las. In Tanga hatten wir 45 Minuten Wartezeit. Wir mussten unser Gepäck aus- und wieder einchecken und wieder durch die Sicherheitskontrolle. War zwar etwas sinnlos, da das Tor, durch das man gehen musste, gar nicht eingesteckt war, aber wir haben dennoch mitgemacht.
Spannend war auch das Wiegeverhalten der verschiedenen Waagen auf den Miniflughäfelchen. In Sansibar hatten wir angeblich 15 kg Übergewicht, als 75kg insegsamt. Wir mussten 15 Dollar Übergepäck nachzahlen. Ich wunderte mich ein wenig, woher all das Gewicht gekommen war, denn in Johannesburg waren es noch 65kg. Und soooo viel hatten wir auch nicht eingekauft und Muscheln gesammelt. In Pemba beim Einchecken hatten wir uns schon wieder auf Übergepäck eingestellt. Die Waage zeigte jedoch diesmal nur 65kg an und das, obwohl wir nichts am Gepäck verändert hatten. Interessante Eichung der Waagen!
Beim Flug von Tanga nach Arusha hatte ich anfangs gehoffte, in einer größeren Maschine zu fliegen, vergeblich. Wir vier stiegen in einen 12-Sitzer ein, der nur ´zwischenlandete, um uns aufzunehmen. Ich schaute nach vorne und sah, dass diesmal kein Co-Pilot an Bord war. „Der ist wohl noch auf dem Klo“, versuchte ich mich zu beschwichtigen. Als wir jedoch losrollten, war mir klar, dass der Pilot ganz alleine da vorne saß. Ich hoffte nur, dass er die nächsten80 Minuten keine Herzattacke oder etwas ähnliches haben würde. Dieser Flug war wirklich recht angenehm und die kleinen Hopser waren gar nicht sooo schlimm in meiner Magengrube. Ich las ein wenig, denn ein Hörbuch zu hören war völlig unmöglich, da die Propeller so laut waren. Es war herrlich aus dem Fenster zu schauen und den Schatten unseres kleinen Fliegers unten auf dem Boden zu sehen. Was für eine fantastische Landschaft. Ich war dennoch froh, wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben und freue mich auf den nächsten Flug, in dem ich mehr Platz um mich habe.