Wir hatten von den Mädels in der Lodge erfahren, dass es im Dorf einen kleinen Laden geben sollte, den Flo und ich uns ansehen wollten. Wir spazierten über ne halbe Stunde am Strand entlang, um dann einen winzigen Pfad zu nehmen, der vom Strand weg hin zum Dorf führte. Unglaublich, eben noch waren am Strand die Touri-Lodges und nun nur ein paar Meter weiter waren wir mitten im Dorf. Einige Kinder spielten auf den Wegen, ein paar Frauen saßen vor ihren Hütten, es gab ein Fußballfeld und von weitem hörten wir Trommeln und Gesänge. Was das wohl ist? „Komm, lass uns schauen!“ Flo ging weiter in Richtung Musik, ich zögerte noch ein wenig. Langsam gingen wir näher und sahen von Weitem eine Gruppe Frauen in ihren bunten Gewändern tanzen. Die Menschen um uns herum sahen uns neugierig an. Ich fragte eine der Frauen, die etwas weiter weg standen. „Shop?“ Sie lächelte und zeigte direkt auf die Gruppe und dann nach rechts. Das waren ja mal Aussichten. „Wir wollen da nicht etwa durch?“ Ich nahm all meinen Mut zusammen und dann ging ich lächelnd durch die tanzenden Frauen durch. Neben den Frauen war die Gruppe der Männer, die tanzten, trommelten und sonstige Instrumente spielten. Rechts sah ich einen winzigen Kiosk. Endlich waren wir im Laden angekommen. Blitzschnell hatten sich viele, viele Kinder um uns versammelt, die uns neugierig beäugten. „Jambo! Hallo!“ Wir fragten den Verkäufer nach Wasser und schauten, was es sonst noch so im Sortiment gab. Zum Glück konnte der Kioskbesitzer ein wenig Englisch. Nachdem wir Wasser und Brot hatten, wollten wir noch eine Tüte mit Bonbons kaufen, die wir den Kindern schenken wollten. Der Kioskbesitzer meinte, dass er uns eine volle Tüte aus dem Lager holen würde.
Wir fragten, was für ein Fest es denn sei. „Es ist eine Hochzeit.“ antwortete der Kioskbesitzer.
Während wir warteten, vertrieben wir uns die Zeit damit, uns dier Namen der Kinder zu merken und Flo jonglierte ein wenig mit Kokosnüssen. Immer wieder kamen Kinder, die sich ein Eis am Stiel am Kiosk kauften. Wir fragten, was denn das für ein Eis sei. „Das Eis mache ich selbst. Es ist viel Arbeit. Ich nehme Milch, rote Beete, Zucker und Wasser und rühre es sehr, sehr lange. Wir sagen hier dazu „Sansibar Joystick“ dazu, weil es so viel Freude macht.“ Und tatsächlich, als das nächste Kind beim Kioskbesitzer bestellte, konnte ich ein „joystiki“ hören.
Auf einmal stürmte eine Frau auf den Kiosk zu und alle Kinder und Frauen rannten in Panik davon. Die verängstigte Frau rannte davon und der Kioskbesitzer folgte ihr. Mit einem anderen Mann trugen sie die Frau weg. Als ich fragte, was denn los war, meinte er, dass die Frau einen schlechten Geist hätte. Ich fühlte mich in diesem Moment echt schlecht, denn ich war mir sicher, dass die Frau Hilfe benötigte. Und mir ging ihr verängstigtes Gesicht nicht mehr so richtig aus dem Kopf. Ich war froh, dals die Bonbontüte dann kam, wir die Bonbons verteilen konnten und den Rückweg antraten.
Wir aßen unser Joystickeis und das war wirklich sehr lecker.