Tansanisch-deutsche Koch-Kooperation

Im Hostel in Stone Town hatten wir endlich wieder eine Küche, die man benutzen konnte. Als wir alle im Mega-Heimweh an Silvester steckten, versprach ich de Kindern, sobald wir eine Küche mit funktionierendem Backofen hätten, Brezeln zu backen. Natron und Hefe hatte ich bereits in Johannesburg gekauft, jedoch keine Zeit zum Backen mehr gehabt. Nun war es soweit, dank Google hatte ich ein Laugenbrezel-Rezept und konnte den ersten Versuch starten. Hanifer, die tansanische Freundin von Frank, der auch im Hostel wohnte, wollte parallel Swahili-Kochen. Ich schaute Hanifer und ihrer Freundin zu, wie sie white Snapper zubereiteten, während ich den Hefeteig ansetzte. Wie lecker das Essen roch! Ich wollte ihr unse großes scharfes Messer zum Schneiden anbieten, sie winkte jedoch ab und meinte, dass sie kein scharfes Messer bräuchte. Sie schneidet alles in den Händen. Ich konnte es gar nicht glauben. Hanifer nahm eine halbe Paprika in die Hand und schnitt hauchdünne Paprikastreifen während sie die Paprika in der Hand hielt. Kaum zu glauben. Genauso machte sie es mit den Zwiebeln. Vielleicht probiere ich das auch mal zu Hause in aller Heimlichkeit aus. Ich hatte Angst, dass ich mir hier beim Versuch die Finger absäbeln würde und mein Brezelprojekt in Gefahr geriet. Als es ums Brezelnschlingen ging, waren die Kinder zur Stelle. Da wir doppelte Portion Teig gemacht hatten, lagen nun 24 kleine Teigbällchen in der Schüssel und warteten darauf, in eine Brezel verwandelt zu werden. Das mit dem Ausrollen war gar nicht so leicht, da ich das gesamt eine Kilo Mehl verbraucht hatte. Silas wurde zu unserem Brezelmeister. Bei ihm waren genau richtig: dünne, schmale Ärmchen und ein dickes Hinterteil. Nun kam der schwierigste Teil Wir mussten die gegangenen Brezeln 30 Sekunden in kochendes Natronwasser tauchen. Zuerst einmal mussten wir die Brezeln vom Backpapier (das wir damals auf Galapago gekauft hatten und seitdem um die halbe Welt schleppen) abbekommen. Dabei fielen einige Brezeln zum Opfer, die wir dann in Brözchenform verwandelten. Manche der Brezeln zerfiel auch im Wasser oder beim aus dem Wasser Holen. Da wir ja 24 Teile hatten, blieben sogar recht viele als Brezeln erhalten. Nun in den Ofen. Hanifer hatte zwischenzeitlich das Essen fertig gekocht. Es gab Ugali (Maispüree) mit white Snapper, Spinat und einer superleckeren Sauce. Ich schaute nach den Brezeln, die sogar langsam Farbe annahmen und nach Brezel rochen. Beim Anrühren der Lauge hatte ich bereits befürchtet, dass sie zu dünn ist. Ich wollte jedoch auf Nummer sicher gehen und hielt mich ans Rezept. Da der Ofen seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt wurde (welcher Touri bäckt im Hostel?) und vor dem Gebrauch extra ausgekehrt wurde, fing es stark zu rauchen an. „Schnell, da brennt was an!“ Den Brezeln ging es gut, da verbrannte wohl etwas anderes. Vorsichtshalber reduzierte ich die Hitze und ließ die Brezeln nicht so lange im Ofen. Ich war soweit ganz zufrieden und die Kids stürzten auf die Brezeln ein. Am besten schmeckten sie ihnen mit der leckeren Fischsauce. Nach dem white Snapper gab es dann Brezeln für alle.

Ich bin mal gespannt, wie häufig ich noch Brezeln backen werde und wie sehr unser Fortschritt sein wird.

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