Warum der Zebrastreifen Zebrastreifen heißt @ Leander & Julial

Bertha war von Südafrika sehr begeistert. Sie genoß es, bei der Safari mit dabei zu sein und so viele Tiere ganz hautnah zu erleben. Ein Tier faszinierte es besonders. Die Zebras mit ihren Streifen. „So ein schickes Fell hätte ich auch gerne!“, dachte sie. Und dann hatte Bertha die Chance, einem Zebra ganz nahe zu sein. „Guten Tag Zebra,“ sagte Bertha zum Zebra. Das Zebra schnaubte freundlich: „Guten Tag. Wer bist du denn?“ „Ich bin ein Dromedar auf Weltreise.“ „Ein Dromedar? So etwas habe ich hier ja noch nie gesehen. Ist das nicht anstrengend, diesen Höcker die anze Zeit mit sich herumzutragen?“ Das Zebra war sehr neugierig. „Neun überhaupt nicht. Da ist mein ganzer Proviant über den Tag drin. Das ist wirklich praktisch.“ Bertha erzählte ein wenig von seiner Reise und das Zebra darüber, wie das Leben hier so ist. Das Zebra sah Bertha nachdenklich an. „So jemanden hatten wir auch mal in unserer Herde. Meine Großmutter hat immer über das Zebra, das über den großen Teich fuhr, erzählt.“ „Dann schieß mal los. Ich bin ganz Ohr. Ich möchte gerne diese Geschichte hören.“ Komm, lass und in den Schatten traben, es wird nämlich eine etwas längere Geschichte werden. Nachdem Bertha und das Zebra im Schatten unter einem Boabbaum standen, fing das Zebra zu erzählen an: „In unserer Herde gab es einmal vor alnger, langer Zeit ein Zebra, das sich fragte, was wohl hinter den Weiten hier im Krugerpark alles zu sehen und zu erleben

gibt. An einem frühen Morgen verabschiedete es sich von der Herde und versprach, dass es wiederkommen würde, sobald es erfahren hätte, was es dort draußen noch alles gab. Die meisten Zebras konnten überhaupt nicht verstehen, warum es die Sicherheit der Herde verließ und glaubten, dass es dort draußen so viele Gefahren geben würde, die es nicht überleben könnte. Einige wenige waren erstaunt, bewunderten den Mut des Zebras und warteten gespannt darauf, was das Zebra bei seiner Rückkehr zu berichten hätte. Das Zebra zog los. Um ehrlich zu sein, war es ihm schon ganz schön bange ums Zebraherz, denn erst jetzt realisierte er, was es bedeutete, seine Herde zu verlassen. Er war offen und lernte jede Menge interessante Tiere und Menschen kennen. Nicht alle waren freundlich zu ihm und so musste er die richtige Balance finden, offen und neugierig zu sein, ohne darüber zu vergessen, dass trotz allem Gefahren lauern konnten – eingentlich auch nicht anders als zu Hause. Da war er auf der Hut vor den Löwen und anderen Raubkatzen. Anfangs war er vorsichtig und wagte sich erst ein kleines Stückchen weiter weg und wurde dann immer mutiger bis er es sogar über den großen Teich schaffte. Die Städte faszinierten das Zebra, denn es war so anders als in seiner Heimat. Was es nur nie so richtig verstand, war die Tatsache, dass man als Fußgänger im Straßenverkehr hauptsächlich damit beschäftigt war, an Ampeln zu warten. Das war doch so etwas von Blödsinn. Es könnte doch viel anders sein. Das Zebra hatte sich mit einem Hund angefreundet, dessen Herrchen Polizist war und Kindern dabei half, die Straßenverkehrsregeln zu erklären. Er nahm seinen Hund gerne mit zur Verkehrserziehung. Die meisten Kinder liebten den Hund und der Hund war von den Kindern ganz angetan. Der Hund konnte ganz genau verstehen, was das Zebra meinte. Denn Kinder am Straßenrand wurden sehr leicht übersehen und so standen und standen sie oft sehr lange da, ohne dass sie die Straße überqueren konnten. „Ich muss da mal mit meinem Herrchen darüber sprechen. Vielleicht hat er ja eine Lösung parat.“ Das Zebra erwiderte erfreut. „Ja, es müsste etwas sein, was man von weitem erkennen kann, ohne technischem Schnickschnack, den es hier bei euch überall gibt. Es müsste ohne Strom auskommen und kinderleicht zu verstehen sein. Wie wäre es denn, wenn man einfach ein Zeichen auf die Straße malen würde, das jeder kennt und bedeutet, dass hier die Menschen, wenn sie am Straßenrand stehen, sofort über die Straße gelassen werden.“ „Du bist wirklich ein Genie!“ rief der Hund. „Du hast ja bereits die Lösung gefunden. Ein Zeichen auf der Straße, das man von Weiten erkennen kann. Was könnte das nur sein. Laß ich mal nachdenen.“ Er schaute das Zebra an und dann hatte er eine Idee. „Ich hab´s! Wir malen einfach Streifen auf die Straße, genau solche Streifen wie auf deinem Fell sind. Die sieht man von Weitem.“ Das Zebra schaute verdutzt drein. „Wir sollen Zebrastreifen auf die Straße malen?“ fragte es ein wenig ungläubig. „Ja, genau. Jetzt haben wir auch noch gleich einen Namen. ZEBRASTREIFEN!“ „Und wie erklären wir das nun deinem Herrchen?“ „Da wird mir bestimmt etwas einfallen.“ Und so kam es dann auch. Der Verkehrspolizist fand die Idee so überzeugend, dass er damit einfach in der Verkehrserziehung damit anfing. Die Kinder begriffen sehr schnell, wie der Zebrastreifen funktionierte. Der Verkehrspolizist begann vor Kindergärten und Schulen einen Zebrastreifen zu malen und stelte ein großes Schild daneben, um den Zebrastreifen zu erklären. Als erstes machten die Eltern und Lehrer mit, die das für eine gute Sache hielten. Ein wenig später schrieb der Polizist an den Verkehrsminister und brachte den Vorschlag ein. Und so ist ist der Zebrastreifen nun auf der ganzen Welt verbreitet. Übrigens. Das Zebra kehrte tatsächlich wieder zu seiner Herde zurück, nachdem es ausgiebig gereist war. Es war sehr glücklich über seine Entscheidung wegzugehen und auch darüber, wieder zurück zu kommen, denn es wusste nun, wie es in der Welt aussah und dass es immer, wenn es wollte, wieder auf Reisen gehen konnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert