Ein Traum meiner Kindheit wird wahr

Ich habe Professor Grizmek als Kind geliebt und seine Filme mit Begeisterung gesehen. Als Kind wollte ich da auch immer einmal hin. All die ganzen Tiere sehen auf dieser endlosen Weite. Ich hätte mir damals nie zugetraut, dass ich einmal in Frankfurt wohnen würde und häufig im Frnakfurter Zoo sein würde und als letztes hätte ich gedacht, dass ich wirklich mal an dem Ort sein würde, an de Grizmek und sein Sohn so viel Zeit verbracht hatten. Und nun war es soweit. Für mich war das schon ein recht seltsames Gefühl, als wir uns registrieren ließen. Wie es wohl sein würde dort unten im größten Krater der Welt? Zuerst fuhren wir eine ganze Weile durch den Regenwald. Allein das fand ich schon sehr beeindruckend. Da wir sehr früh losgefahren waren und es die Nacht über wieder geregnet hatte, lag ein dicker Nebel über dem Krater, so dass wir von oben nur eine weiße Wand sahen.

Wir fuhren am Grab von Michael Grizmek vorbei, der zwischen der Serengeti und dem Krater

mit seinem Flugzeug abgestürzt war und dabei ums Leben kam. Ich war wirklich geflasht, da ich alles wusste und nun war ich tatsächlich an diesem Ort.

Der Weg runter in den Krater war sehr kurvenreich. Ich war überrascht, dass mir bei den engen Serpentinen nicht schlecht wurde. Wahrscheinlich war ich mehr damit beschäftigt, mich festzuhalten und zu hoffen, dass alles gut geht, als dass ich mich auf andere Dinge konzentrieren konnte. Und sah ich die ganze Weite des Kraters vor mir. Wie gigantisch! Die Tiere, die hier alle so scheinbar friedlich nebeneinander her lebten. Die Gnusherden, Zebras, ein paar Strauße spazierten durch die Gegend, ein paar Marabus. Und hier und da lagen Löwen faul in der Sonne und schliefen. Von ganz Weitem sahen wir ein Nashorn, das sich zum Schlafen hingelegt hatte. Da es so viel geregnet hatt, konnten wir nur die „Hauptpisten“ befahren. Die reichten mir jedoch auch. Es war wie eine Meditation durch diese endlose Weite zu fahren und selbst als wir stückweise kaum Tiere sahen, so hatte diese Landschaft eine magische Wirkung. Ich konnte ewig einfach nur vor mich hinschauen und diese endlose Weite auf mich wirken lassen. Mein Kopf war einfach leer, ohne viele Gedanken im Kopf, konnte ich alles einfach genießen. Selten hatte ich einen so freien Kopf.

Wir fuhren gerade durch das Gelände, als ich plötzlich Aug in Aug mit einem Löwen war. Oder hatte ich das nur geträumt? Gedacht? „Halt, halt, ich galube da war grade eine Löwin direkt neben dem Auto. Bitte fahr wieder ein wenig zurück.“ Und tatsächlich. Direkt neben der Straße in einem Wassergraben saß eine Löwin. Wir waren vielleicht einen Meter von ihr entfernt. Sie hatte das Maul offen und hechelte. Anfang dachte, dass ihr einfach nur heiß wäre und es ihr nicht so gut ging. Doch dann sah ich ihren riesigen Bauch. Da war mir klar. Die Arme lag in den Wehen. Das passte ganz gut, denn normalerweise sind Löwinnen nicht alleine unterwegs, sondern in ihrem Rudel. Wenn sie jedoch ihre Babys bekommen, ziehen sie sich alleine zurück. Sie setzte sich auf und trank ein wenig Wasser aus dem Graben. Dann kam sie auf uns zu. Ich war kurz vor dem Herzschlag, denn die Kinder und Flo streckten weit die Köpfe heraus und ich sah die Löwin jeden Moment nach oben springen, um sich ihr Mittagessen zu holen. Die Löwin ging direkt auf den Jeep zu und lehnte sich an den Wagen, da der Jeep Schatten spendete. Nun war die Löwin so nah, dass Flo sie aus dem Fenster heraus hätte streiceln können. Ich schaute auch ganz mutig von oben und dann aus dem Fenster. Das war schon ein erhabenes Gefühl, einem Tier so nahe zu kommen und gleichzeitig tat sie mir leid, da sie nun von uns Touris (mittlerweile waren einige Jeeps dazu gekommen) begafft wurde. Als wir weitergefahren waren, sahen wir 5 Löwinnen mit 6 kleinen Babys in der Sonne liegen. Waren die Kleinen vielleicht süß, wie sie sich an ihre Mama kuschelten.

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