Auf Tansania hatte ich mich bereits in Deutschland sehr gefreut. Die Serengeti zu sehen, das Projekt mit Massaikindern, alles, was ich schon immer einmal sehen und erleben wollte. Und dan kam es alles doch ganz anders. Tansania ist wirklich Afrika. Südafrika ist im Vergleich dazu Afrika light. Wir fielen hier wirklich als Weiße sehr auf. Daresalaam fand ich überwältigend dreckig, staubig, groß. Daher überlegten wir uns, wie und wo wir das neue Jahr weiterführen, denn es war uns allen klar, nicht in Daresalaam. Ich liebe das Internet, sonst wäre ich gar nicht auf Sansibar gestoßen, diese wunderbare Insel, die wir so gar nicht auf dem Schirm hatten. Sansibar hat mich gleich von Anfang an wirklich begeistert. Die Menschen, die Kultur, die Natur. Ein wunderbares Fleckchen Erde. Sei es in Stone Town, diese pulsierende, urige Stadt mit seinem Markt und den engen Gassen oder der Strand in Matemwe, an dem wir so richtig runterkommen konnten. Für mich ist klar, Sansibar, da will ich auf alle Fälle wieder hin. Etwas schade war leider der Zwischenfall mit dem Taxifahrer, der so vieles bei uns verändert hat. Wir haben dadurch ein gutes Stück an Vertrauen verloren und uns nochmals gefragt, was wir wirklich wollen und was wir gerade brauchen. Und da gehörte nicht das Projekt im Massaidorf dazu und nicht die Serengeti, da sie einfach zu weit weg war und auch unser Budget ziemlich ausgereizt hätte. Ich glaube in diesen Tagen, als wir uns das fragten und ganz ehrlich zu uns waren, haben wir einen Riesenschritt getan. Da ist mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen, wie sehr wir uns während der Reise verändert haben. Wie wichtig es für uns ist, selbstbestimmt zu leben, unsere eigenen Entscheidungen fällen zu können und dass es uns mittlerweile ziemlich egal ist, was andere Menschen über und oder von uns denken. Unsere Zeit ist uns zu kostbar, um uns Gedanken darüber zu machen, was andere über uns denken könnten. Ich denke, dass wir in dieser Zeit auch wieder als Familie nähergerückt sind und die Kinder gesehen haben, dass wir als Familie wehrhaft sind, etwas ausrichten können und niemandem ausgeliefert sind. Ich habe bemerkt, dass ich das Reisen in Afrika wirklich unterschätzt habe. Es ist zeimlich anstrengend, vor allem dadurch, dass wir kein Swahili können und daher immer von anderen abhängig sind. Tansania war für mich anstrengend, da kleine Dinge, die es zu orgnaisieren gibt, plötzlich ziemlich kompliziert sind, wenn man die Sprache nicht spricht.
Die Safari und der Ngorongoro-Krater waren wirklich ein Highlight und ein alter Kindheitstraum, den ich mir erfüllte. Komischerweise ist es nun gar nicht so schlimm, dass ich nicht in der Serengeti war, ich habe so viele Tiere gesehen und so viele schöne Momente erlebt, dass ich die Serengeti gar nicht mehr brauche.
Als mir in Sansibar die Füllung am Zahn raus ist, fand ich das im ersten Augenblick nicht lustig. „Ausgerechnet in Afrika muss mir das passieren!“ war mein erster Gedanke. Als ich dann in Arusha meine Füllung bekam, war alles wunderbar und ein weiteres Vorurteil habe ich verloren.