Raus aus unserer Festung

Dort wor wir wohnen, ist es schon etwas festungsmäßig. Mit Mauern, Stacheldraht und einem Wachmann am Tor. Bisher waren wir mit Uber zum Einkaufszentrum gefahren, nun wollten wir den Hinweg zu Fuß gehen. Dank Googlemaps waren wir bestens ausgerüstet. Flo vorneweg, uns den Weg zeigend. Am Anfang gingen wir an der Hauptstraße entlang, dann bogen wir irgendwann einmal ab in einen kleinen Weg, der dann zum Trampelpfad wurde. Irgendwie wanderten wir plötzlich mitten durch eine arme Wohnsiedlung. Die Menschen um uns herum schauten uns wie Marsmenschen an. Wir grüßten fröhlich un detwas schüchtern : „Jambo“ Die meisten lächelten zurück, einige Leute schauten uns auch ein wenig finster an. Es war für mich schon ein seltsames Gefühl, hier durchzugehen. Cayo kam an meine Hand, auch die Kinder fühlten sich nicht so ganz wohl. Ich kam hier wirklich depaltziert vor. Nach ein paar Gehminuten kamen wir dann an Häusern vorbei, die einen etwas höheren Standard hatten. Ich war etwas erleichtert. Ich glaube, dass in den letzten 10 Jahren keine weiße Familie hier durch das Viertel gewandert ist. Es seltsames Gefühl, wenn gefühlte 1000 Augen auf einen schauen. Wir liefen an einer großen Schule vorbei, die gerade Schulschluß hatte. Viele, viele Jungs und Mädchen in ihren Schuluniformen strömten aus dem Tor. Viele waren in Cayos Alter, es gab auch einige Ältere. Die Kinder schauten uns verwundert an und lachten und kicherten. Einige winkten uns zu und eine Mädchengruppe lief dicht hiter Cayo her. Sie himmelten ihn wirklich an und schubsten immer eines der Mädchen in seine Richtung. Cayo war sichtlich genervt. „Ich komme mir wir Christiano Ronaldo vor! Das ist ja schrecklich!“ Als wir an der Hauptstraße endlich die Seiten wechselten, atmete er erleichtert auf. So ein Promidasein scheint nichts für ihn zu sein!

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