Kibera auf eigene Faust

Flo und ich waren von der Kibra Women Group sehr angetan und wollten nochmals mit ihnen sprechen und mehr über ihre Arbeitsweise erfahren, da wir uns im Hinterkopf Gedanken machten, wie wir sie von Deutschland aus unterstützen könnten. Da es am gleichen Tag zu spät war, wollten wir am nächsten Morgen dorthin gehen. Wir bekamen am gleichen Tag von ELEFAND, der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts eine Nachricht, dass wir morgen vorsichtig sein sollten, da es zu politischen Unruhen kommen könnte, da der Oppositionsführer sich zum Präsidenten vereidigen will. Wir sollten unbedingt größere Ansammlungen von Menschen vermeiden.

Wir waren etwas aufgeschreckt, da wir nicht wussten, ob unsere Route zum Flughafen, an diesem Tag würden wir den Nachtflug nach Dubai nehmen, liegen würde. Wir schauten auf der Karte nach und sahen, dass der Park ziemlich in dr Nähe von liegt. Als wir mit Jackie, unserer Host abends noch sprachen und dass wir morgens früh nach Kibera wollten, meinte sie, dass wir aufpassen sollten. Wenn irgendwo Gewalt beginnt, dann in Kibera, da dort die Emotionen hoch sind. Wir versprachen, dass wir frühmorgens dorthin gehen würden und ließen die Kids zu Hause.

Ich muss zugeben, dass mir schon etwas mulmig zumaute war, als wir in Richtung Kibera spazierten. Wir hatten uns bereits darauf gefasst gemacht, dass hier jede Menge Polizei sein würde, dies war jedoch gar nicht so. Es schien fast alles wie sonst zu sein. Da es noch recht früh am Morgen war, waren viele Stände im Toi Market geschlossen. Als wir am Büro der Women Group waren, war noch alles geschlossen. Jackie hatte uns erzählt, dass viele Unternehmen und Leute heute zu Hause bleiben würden. Wir wollten gerade ein wenig umherspazieren und unser Frühstück besorgen, als eine Frau aus der Gruppe mit ihrem Sohnemann auf dem Arm auf uns zukam. Sie erzählte, dass Rosemary, die Verantwortliche erst heute Nachmittag kommen würde. Wir redeten noch ein Weilchen und ich bekam Rosemarys Telefonnummer, so dass wir uns austauschen könnten. Meine Idee ist es, dass die Frauen hier diese super bequemen onesize Hosen, die ich in Sansibar entdeckt habe, mit den farbenfreudigen Stoffen aus Afrika, nähen und wir sie in Deutschland verkaufen, so dass die Gruppe ihren Vertriebskanal erweitern kann. Bisher leben sie von den Touristen, die hierherkommen und senden zweimal jährlich ein paar Schmuckstücke nach USA, um sie dort zu verkaufen.

Schade, ich hätte gerne mit Rosemary vor Ort darüber gesprochen. Sie blieb jedoch zu Hause wegen der Vereidigung.

Auf dem Rückweg machten wir an einer Ecke Halt. Ein paar Frauen backten Teigtaschen im Fett und ein paar Kinder standen herum und fragten nach unseren Namen. Wir machten High 5 mit ihnen und die Kinds waren begeistert. Als wir unsere Namen sagten, lachten sich die Kinder halb tot. Wir fragten, was sie denn backen würden und kauften ein paar Taschen für unser Frühstück.

Als wir Richtung Ausgang gingen, waren viele Menschen unterwegs. Ein Mann mit einem hellblauen Anzug und Krawatte kam auf uns zu und fragte uns, ob wir auch mit zur Vereidigung gehen würden. „Unser“ Präsident wird gleich vereidigt. Wir wünschten ihm viel Erfolg und ein firedlichen Ablauf von allem. Dann spazierten wir nach Hause. Die Kinder waren froh, dass wir heil wieder zurück gekommen waren. Dabei war es gar nicht gefährlich gewesen.

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