Ich musste mir wohl bei den ganzen Klimaanlagen eine Erkältung zugezogen haben, die nicht besser wurde. Nach dem Husten und Halsschmerzen kam noch Fieber dazu, da holfen auch alle vorher eingenommenen Globuli nichts mehr. Innerhalb eines Abends ging es mir so dreckig und ich war so schwach, dass wir uns Gedanken machten, ob es vielleicht doch keine Grippe, sondern vielleicht Malaria sein könnte. Denn, wenn es Malaria wäre, dann sollte ich schleunigst Medikamente bekommen. Flo fragte bei Anne Laure nach einer Empfehlung für ein Krankenhaus nach. Das war jedoch recht weit von uns entfernt. Wir entschieden uns dann fpr die nahe Lösung. Das International Hospital war zum Glück sehr nahe und als wir um 23.00 Uhr in der Notlaufnahme landeten, kamen wir auch sofort dran. In einer mit einem Vorhang abgeteilten Kabine kam ich gleich aufs Bett. Dann ging es recht schnell. Zuerst wurden alle Daten aufgenommen und der Pfleger nahm mir dann Blut ab und legte eine Infusion. Das Krankenhaus ist fest in indischer Hand. Ich fand es bemerkenswert, dass es nur Pfleger gab (und eine Krankenschwester). Als ich so amTropf hing und auf die Ergebnisse wartete, hörte ich nebenan, wie die Ärtzin den Patienten fragte, ob er denn versichert wäre. „Nein, keine Versicherung“ „gar keine?“ „Nein“ „Ja können Sie denn die Behnadlung überhaupt bezahlen?“ „Nein“ „Und warum sind Sie dann hergekommen?“
Auch bei mir wurde zuerst gefragt, ob meine Versicherung das abdecken kann. Bei unserer Auslandskrankenversicherung strecken wir den Betrag vor und bekommen das Geld dann später zurück, wenn wir die Rechnung einreichen. Wegen meines Hustens wollte die Ärztin mich röntgen, das sah ich irgendwie nicht so wirklich ein, mich der Strahlung auszusetzen. Wenn es schlechter werden würde, kann ich das immer noch woanders tun. Endlich kamen die Ergebnisse. Nur eine fette Grippe. Ich hatte mich noch nie so sehr über eine Grippe gefreut wie in dieser Nacht. Als ich so dalag und vor mich hindämmerte, da war ich recht ruhig und dachte nicht, warum bist du nur gereist. Wenn du nun Malaria hast? Es ist einfach wie es ist. Und wenn es so wäre, dann könnte ich etwas dagegen tun. Aber auf all die vielen gemeinsamen Erfahrungen mit der Familie und all die vielen schönen Momente zu verzichten, nur weil ich krank werden könnte? Ich könnte genausogut in Deutschland vom Auto angefahren werden? Dieses Auf-Nummer-Sicher-Gehen-Denken, das habe ich ir in den letzten Monaten so ganz und gar abgewöhnt. Zumal ich über Facebook eine gute Bekannte wieder entdeckt habe, die ich aus den Augen verlor und nun sah, dass sie seit 2 Jahren an Krebs leidet. Da werden so viele Dinge so relativ und ich sah mich in meiner Entscheidung bestärkt, dass wir die Reise genau jetzt unternehmen und das Leben im Hier und Jetzt voll genießen, denn diese Momente werden wir immer bei uns tragen. Bereits jetzt schon reden wir über unsere Reisehighlights vor ein paar Monaten.
Nach über 4 Stunden waren wir wieder zu Hause und ich dank Infusionen wieder etwas gestärkt auf den Beinen. Die nächsten 3 Tage verbrachte ich schlafend im Bett und ernährte mich von dem Stapel an Medikamenten, die mir im Krankenhaus verschrieben wurden. Ich habe die letzten 10 Jahre nicht so viele Tabletten geschluckt.