Bei uns um die Ecke gibt es eine kleine lebhafte Einkaufsstraße. Dort haben wir an einer Straßenecke ein typisch nepalisches „Café“ entdeckt. Es gibt dort Kaffee (Instant!) und Milchtee mit Geüwrzen oder Schwarzer Tee mit Gewürzen. In der Regel alles sehr, sehr gesüßt. Es gibt auch ein paar süße Teilchen zu essen. Die Teeküche besteht aus einem Kochtopf mit Wasser, mit dem der Tee bzw. Kaffee zubereitet wird. Für den Milchtee und den Milchkaffee wird heiße Milch gemacht. Und das alles in einem Topf! Im großem Topf sind nämlich mehrere kleine Töpfe. Die Mini-Tischchen und die kleinen Hocker stehen direkt am Straßenrand, so dass man vom Geschehen alles mitbekommt. Dazu dudelt das Radio auf Nepali. Auf diese Weise hat man das ganz ursprüngliche Nepalfeeling. In dieser Ecke haben wir auch sehr selten Touristen gesehen, umso neugieriger wurden wir beäugt. Der Cafébesitzer kann zum Glück recht gut Englisch, so dass wir unsere Bestellungen loswerden konnten. Einmal war eine Frau als Vertretung da. Da war das Bestellen eine Herausforderung und am Ende habe cích etwas ganz anderes bekommen….
Wenn wir morgens so dasitzen und dem Treiben zusehen, bekommen wir eine Ahnung vom Leben hier in Kathmandu. Da rasen Roller vorbei: Der Fahrer immer mit Helm , die Beifahrer immer ohne. Es ist ungalublich, wie viele Menschen auf so einem Roller Platz haben. Eine ganze Familie passt da drauf. Die Kinder stehen vor dem Fahrer und halten sich am Lenker fest, dann haben hinter dem Fahrer mindestens noch 2 Leute Platz. Es kommen viele leute mit ihren Fahrrädern vorbei, die sie als Obststand umfunktioniert haben. Reisige Drahtkörbe sind hinten auf dem Gepäckträger und auch vorne am Lenker. In den Körben sind Äpfel, Mandarinen, Trauben und Granatäpfel sorgsam aufgestapelt. Die Leute haben immer ihre Waage dabei, eine richtig alte Waage mit zwei Waagschalen und Gewichten. Die Gemüsestände sind dagegen auf einem Wagen mit zwei Rädern, der von den Leuten gezogen wird. Morgens kommen dann die Kinder in ihrer Schuluniform auf dem Weg zur Schule vorbei, im Café sitzen einige Männer und trinken in der Regel Milchtee. Morgens werden hier immer die staubigen Straßen gekehrt und es ist wirklich auffallend sauber im Vergleich zu Afrika, dort lag immer alles auf der Straße herum.
Morgens kommt dann der Müllmann vorbei. Er zieht einen Holzkarren, auf dem die ganzen Müllsäcke kommen. Wenn der Müllmann kommt, bringen alle ihren Müll raus und legen ihn auf den Holzkarren. Manchmal kommt auch ein alter Obdachloser vorbei, der jedoch nie bettelt.
Wir sitzen morgens so eine Stunde beisammen und schauen dem Treiben zu, teilen unsere Gedanken, bevor wir dann wieder in die Wohnung gehen , um die Kinder zu wecken. Ein schöner Tagesbeginn.