Wir hatten Bimal, unseren Host, gefragt, wann wir den das Busticket nach Besisahar kaufen könnten. Ich, die gerne bei solchen Dingen auf Nummer sicher geht, hätte die Tickets am liebsten gleich heute gekauft. Doch Bimal meinte, es geht nur einen Tag vorher, da man hier in Nepal icht soweit im Voraus planen würde. Flo un dich zogen also einen Tag vorher los, um sicher zu gehen, dass wir auch den Bus nehmen konnten. Wir mussten nämlich den frühesten Bus nehmen, damit wir noch den einzigen Anschlußbus, der uns ins Bergdorf Gaunsahar bringen würde, denn zu Fuß und mit unserem Gepäck wäre dies nicht machbar, bekommen könnten. Mit Google Maps ausgestattet trotteten wir los. Wir kamen in Gegenden, in denen sich wohl sonst kein Tourist verirrt, denn wir wurden wie Marsmenschen betrachtet. Die Gassen waren eng, Hühner und Ziegen liefen herum. Irgendwie hatten wir uns leicht verlaufen und waren auf einem Grundstück einer Familie gelandet. Dies war wohl nicht die Abkürzung, die wir nehmen wollten. Also lächelten wir die verdutzt schauenden Gesichter an, grüßten mit Namaste und gingen selbstsicher wieder zurück. Irgendwann wurde der Geruch immer schlechter und auf den Straßen lag überall Müll herum. Der Fluß neben uns, war mehr eine Kloake als ein Fluß. Auf der anderen Seite sahen wir, wie die Menschen in Wellblechhütten lebten. Wir sind geradewegs an einem Slum vorbeigewandert. Ein komisches Gefühl, über den Fluß zu schauen und die ärmlichen und schlechten Wohnbedingungen zu sehen. Von der anderen Seite her, riefen Kinder zu uns hinüber und winkten uns zu. Ich muss zugeben, dass ich froh war, als wieder vom Fluß abbogen, schon allein wegen des Gestanks. Dann endlich waren wir am Busterminal angelangt. Nun kam die Gretchenfrage: an welchem Schalter sollten wir Tickets kaufen? Fast alles war auf Nepali ausgeschildert und wir fühlten uns als Analsphabeten. Eine ganze Horde von Leuten kam auf uns zugestürmt, um uns eine Ticket verkaufen zu wollen. Wir nahmen erst einmal Abstand und wanderten dann von Ticketschalter zu Ticketschalter, bis wir am richtigen Schalter waren. Tickets für Besisahar? Nööö, die gibt es heute nicht zu kaufen. Morgen früh ab 5.00 Uhr ist der Schalter offen, dann können wir die Tickets kaufen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Frustriert wanderten wir wieder zurück. Wir redeten nicht viel, jeder von uns war mit seinem eigenen Frust beschäftigt. Jetzt hatten wir einen viertel Tag verplempert und wussten noch immer nicht, ob wir überhaupt morgen aus Kathmandu weg kamen.