Traditionen in Nepal

Der Bau des Computerraumes schreitet voran. Das Fundament steht. Sobald der Türrahmen eingesetzt wird, ist es in Nepal eine Tradition, dass ein Huhn geschlachtet wird und das Blut des Huhnes wird überall am Türrahmen verteilt. Anschließend wird das Huhn gekocht und die Arbeiter bekommen ein Festessen. Shamser glaubt nicht wirklich daran, dass dieses Ritual Glück bringe bzw, wenn man es nicht macht, Unglück bringt. Er macht es dennoch, denn sonst würden die Arbeiter nicht mehr am Haus weiterarbeiten. Er hat sich sogar dafür bei uns entschuldigt. Als Flo und ich mit Shamser im Dorf unterwegs waren, kauften wir gemeinsam das Huhn. Am nächsten Morgen wurde es dann lebend in die Schule gebracht. Zwei der Volontäre köpften das Huhn und versprühten das Blut, wie es sein sollte. Ich konnte beim Töten des Huhns nicht zusehen – dafür bin ich nicht gemacht. Ich denke, dass ich wirklich kein Fleisch mehr essen will, denn es wurde mir mal wieder sehr klar, dass dafür ein Tier sterben muss. Cayo war fix und fertig. Ich fand es schön, wie Silas versuchte, Cayo aufzumuntern, indem er ihm erklärte, dass dieses Huhn viel, viel glücklicher als all die Hühner in Deutschland war. Da hat er wirklich Recht damit.

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