Shir Kahn, Baghira und Co

Morgens ging es mit dem Jeep los zum Chitwan Nationalpark. Wir wollten so gerne einen Tiger sehen und dies ist wohl nur mit dem Jeep möglich, da man tiefer in den Park muss. Mit 1 Fahrer und 2 Guides ging es los. Im Park gibt es drei vershciedenen Vegeatationszonen, durch die wir heute fahren würden. Zuerst fuhren wir durch den Wald. Die Straßen hier sind Schotterpisten und ich verstand, warum hier der Guide nicht auch gleich der Fahrer sein konnte. In diesem dickten Grün etwas zu erkennen, da muss man schon sehr konzentriert sein und um auf der Straße zu bleiben ebenso. Wir sahen recht viele Pfauen und Vögel. Der Jeep rüttelte uns ganz schön durch. Da wir leise sein mussten, um die Tiere nicht zu erschrecken, hing ich meinen Gedanken nach. Dieses Rütteln und die schöne Landschaft eigente sich wunderbar dafür, sich zu sortieren. Nach einer Weile klopfte unser Guide mit einem Stein ans Metall, so dass der Fahrer sofort wusste, dass er anhalten sollte. „Schnell zurück!“. An seinem Blick konnte ich erkennen, dass er etwas Besonderes gesehen hatte. Schnell drehte ich mich um und dann sah ich ihn für einen kurzen Augenblick! Ein Tiger überquerte hinter uns die Straße. Wow, was für ein Gefühl, zu wissen dass der Tiger so nah bei uns ist. Wir warteten noch eine halbe Stunde am Ort, in der Hoffnung, ihn wieder zu sehen. Leider hatten wir da kein Glück. Immerhin hatte ich den Tiger wenigstens kurz gesehen, Cayo und silas hatten nur noch das Hinterteil gesehen, so schnell hatte er die Straße überquert. Weiter ging es durch die Steppe. Das Gras wird hier absichtlich und kontrolliert runtergebrannt, damit die Asche den Boden düngt und schnell neues, frisches Grad wachsen kann, das erklärte uns der Guide. An manchen Stellen sah man auch noch das verdorrte Gras brennen. Immer wieder sahen wir Wild und auch ein paar Affen, die von Baum zu Baum sprangen. Hin und wieder von der Ferne eines der Panzernashörner. Einmal hatten wir richtig Glück; da stand ein Panernashorn mitten auf der Piste, fast so als ob es auf uns warten würde. Imposant, wie es so dastand. Es kam mir viel größer als die Nashörner in Afrika vor. Die Haut und die Panzerplatten sind wirklich faszinierend, da sie ein so feines Muster haben.

Wir konnten sehr nahe rankommen, dann kam von der anderen Seite ein Jeep und das Nashorn verschwand im Dickicht. Auf der Safari wurde mir bewusst, wie verwöhnt wir durch den Kruger Nationalpark geworden sind, denn dort gibt es an jeder Ecke Tiere. Hier muss man wirklich die Augen aufsperren und sehr geduldig sein. Am Fluss machten wir unser Mittagspicknick. Dann ging es weiter mit dem Jeep. Wir sahen noch schwarze Büffel, jede Menge Vögel auch Eisvögel und Adler. An der Gharial-Aufzuchtstation (eine Krokodilart) machten wir einen kurzen Halt. Die Anlage sieht sehr heruntergekommen aus und viele Infos für die Besucher gibt es nicht. Schade eigentlich, denn hier wird versucht, das Aussterben der Ghariale zu verhindern. Ich könnte mir vorstellen, wenn die Station besser gepflegt wäre, dann würden auch viele Besucher Geld spenden bzw. sie könnten einen höheren Eintritt verlangen. Die Frankfurter Zoologische Gesellschaft unterstützt übrigens auch die Aufzuchtstation. Und weiter ging das Geruckel. Die Bäume und die Lianen, die sich um sie schlangen, waren spektakulär. Alleine die Pflanzen anzuschauen, war die Fahrt wert. Als es dann langsam in Richtung Ausgang ging, sahen wir wieder mehr Wild und dann wurde der andere Guide ganz aufgeregt. Der Jeep fuhr nun im Schritttempo und hielt an. Wir hatten einen Leoparden entdeckt. Im dichten Dickicht konnte ich anfangs gar nichts erkennen. Erst nach Weile sah ich den Leoparden. Wir wunderschön er war, mit kräftigen Farben. Langsam schlich er durch Dickicht und dann sahen wir noch einen kleinen Baby-Leoparden! Es war für uns ein magischer Augenblick die beiden zu sehen, die ganz friedlich durchs Dickicht schlichen. Es ist eben doch etwas ganz anderes, Tiere in freier Wildbahn zu sehen als im Zoo. Bei einem gigantischen Abendrot fuhren wir dann nach Hause – ganz beseelt.

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