Plan und Wirklichkeit! Wieder einmal haben wir gelernt, dass die zwei Paar Stiefel sind. Wir hatten uns einen Flug geleistet (mit Buddha Air! Die Alternative wäre Yeti Air gewesen), um schnell und bequem von Chitwan nach Kathmandu zu kommen und mehr Zeit in Kathmandu zu haben. Statt entspannter 20 Minuten Flugzeit sah unser Tag ganz anders aus: Alles eingecheckt, hatte gut geklappt, dann hieß es von Stunde zu Stunde Verspätung der Maschine. Dann sahen wir auf dem Bildschirm im Wartesaal (wir waren mittlerweile im Saal fürs Boarden), dass eine Maschine veruglückt ist. Alles auf Nepali. „Das wird wirklich eine Nummer! Mit wie viel Gottvertrauen werden wir uns nun in die Buddha Air Maschine setzen nach Kathmandu? Immer wieder gab es Durchsagen, die auf Nepali waren. Nach 6 Stunden Wartezeit (zwischenzeitlich hatten wir uns in der Flughafenkantine ein Mitagessen besorgt), gab es dann eine Durchsage, bei der alle Leute aufsprangen und den Saal verließen. Ich fragte meine nette Nachbarin, die mir erklärte, dass alle Flüge gestrichen seien. Das Unglück auf dem Flughafen in Kathmandu mit mehreren Toten war die Ursache. Da wir nicht wussten, ob morgen wirklich ein Flieger nach Kathmandu geht und wir übermorgen aus Nepal rausfliegen (unser Visum läuft ab. Wir haben nur 1 Tag Pufferzeit), beschlossen wir, einen Jeep zu mieten und doch wieder die Höllenstrecke über die Baustellenstraße zu fahren. Während des Wartens hatten wir ein israelischen Physikprofessor kennen gelernt, der in Chitwan einen Vortrag über Solarenergie gehalten hatte und morgen früh um 6.00 Uhr einen Rundflug über den Mount Everest gebucht hatte. Wir fragten die restlichen europäisch aussehenden Reisenden, ob sie Interesse daran hätten, mit dem Jeep zu fahren. Schnell war die Truppe beisammen. Der Taxifahrer verlangte jedoch 170 $, er hatte erkannt, dass wir von Chitwan weg wollten. Zum Glück trafen wir auch eine junge Nepalesin, die mit ihrem Schwiegervater unterwegs war. Sie lebt mittlerweile in Sydney. Sie versuchte nochmals mit dem Taxifahrer zu verhandeln: ohne Ergebnis. Dann organisierte sie ihren Cousin (sie war in Chitwan auf einer Hochzeit eingeladen), der uns wesentlich billiger in seinem Jeep nach Kathmandu bringrn würde. Zu 8 plus Fahrer quetschten wir und in den Jeep. Der Schiwegervater neben dem Fahrer, die Kids und die Nepalesin auf der normalen Ruckbank, der Professor und Ben, ein Deutscher, der eigentlich den Flug heute Abend nach Dubai bekommen musste, da er am nächsten Tag wieder zur Arbeit sollte. Zu viert saßen wir quasi auf den Notplätzen dicht gedrängt. Das Geüäck kam aufs Dach. Als es zu regenen anfing, wurde eine Plane draufgemacht. Und los ging die Höllenfahrt. Immerhin war es bei der Abfahrt noch nicht Dunkel, denn die Strecke ist schon bei Tage kriminell. Das letzte Stück auf der holprigen Baustellenstrecke war wirklich eine echte Herausforderung. Für uns schienen mal wieder eine ganze Schutzengeltruppe abgestellt zu werden. Bei der Dunkleheit mit den entgegenkommenden Fahrzeugen und das bei dem Tempo. Zum Glück waren wir alles tief ins Gespräck vertieft. Jeder hatte viel von seinen Reiseabenteuern zu erzählen. So brachten wir dann die 7 Stunden Fahrt (inklusive Esspause mitten im Nirgendwo) auch irgendwie rum. AM Ende schliefen die Kids (Gottseidank), sie waren wirklich sehr angefressen, was ich auch verstehen konnte. Fix und fertig nahmen wir dann das Taxi zu unserer Homestayfamilie. Ich hatte im Vorfeld Bimal eine Nachricht geschickt, dass es sehr spät werden würde. So kurz vo 24.00 Uhr kamen wir dann endlich an. Von der Lodge waren wir um 8.30 Uhr morgens losgefahren. Was für ein Höllentag! Das war bislang die schlimmste Reise seitdem wir im Juli losgefahren sind.
Immerhin ist uns nichts passiert, weder am Flughafen noch im Jeep. Beim Flugzeugunglück gab es 47 Tote!
Hundemüde und dankbar fiel ich ins Bett.