Geburtstag in Indien

Eigentlich hatte sich Silas zum Geburtstag gewünscht, auf einem Elefanten zu reiten. Das ist in Bangalore nicht wirklich einfach. Wir werden das nachholen, wenn wir auf dem Land sind. Dafür gab es einen richtigen Teenie-Geburtstag: zu viert fuhren wir ins Wonderla, ein Freizeit- und Wasserpark vor den Toren Banagalore. Das war ganz praktisch, denn mein Bruder hatte geschäftlich gleich um die Ecke zu tun, so dass wir mit ihm und seinem Fahrer mitfahren konnten. Wie bequem!

Wonderla war wirklich schön. Nicht allzu groß und nicht sehr überfüllt. Was super war, dass es auch ein Wasserpark hatte, denn bei den heißen Temperaturen, war das genau das Richtige. Wasser und Inder ist etwas eher Ungewöhnliches. Viele Inder können nämlich nicht schwimmen und es gibt auch keine öffentlichen Schwimmbäder, nur Pools in den Hotels. Daher gibt es im Wasserpark auch kein echtes Schwimmbecken, sondern vor allem Rutschen und ein, zwei „Planschbecken“, immer mit großen Schwimmreifen ausgestattet. Wir hatten Badesachen mitgenommen. Man konnte auch vor Ort ein Badeshirt und eine Badehosen kaufen. Alle Frauen liefen mit einem Badeshirt und mindestens Badeshorts herum, wenn nicht ganz langen Hosen. Ich wollte da mit meinem Badeanzug nicht aus der Reihe tanzen und kaufte dann noch eine Badeshort. Ein Funktionsshirt hatte ich an diesem Tag an. Fast alle indischen Männer trugen ebenfalls ein Tishirt und eine Short. Die Kinder waren mit den Rutschen im Glück. Ich wollte ja kein Spielverderber sein und so ließ ich mich überreden, eine Rutsche auszuprobieren. Als ich da oben stand, zweifelte ich kurz, dann gab ich mir einen Stoß und ließ mir eine Matte um den Rücken binden und los ging es. Ich dachte wirklich, mein letztes Ständchen hätte geschlagen: in einem Affentempo raste ich durch die dunkle Rutsche, die mich hin- und herschleuderte. Ich musste wohl den ganzen Wasserpark zusammengekreischt haben. Als ich unten (endlich) ankam, lachten die 3 Jungs sich kaputt. Später, als die Jungs jede Rutsche ausprobiert hatten, sagten sie mir, dass die Rutsche, die ich gefahren war, die schnellste war! Das war mal wieder ein Ausbrechen aus der Komfortzone. Als ich dann zur Entspannung auf dem Reifen im Strömungskanal war, konnte ich die Inder beobachten, wie sie sich wie die Kinder freuten und im Wasser plantschten. So viel Ausgelassenheit kannte ich von deutschen Schwimmbädern gar nicht. Was mir auch noch auffiel, dass sie immer in recht großen Gruppen unterwegs waren und nicht wie in Deutschland nur zu zweit oder zu dritt.

Wir machten ein leckeres Geburtstag-Picknick, denn Frank hatte uns süße Teilchen aus dem Hotel mitgebracht, mal was ganz anderes nach so langer Reisezeit.

Dank meines Bruders hatten wir einen super gut ausgestatteten Geburtstagstisch: ein riesiges Glas Nutella (eigentlich nur für das Geburtstagskind, doch Cayo bekam sogar auch eines!), dazu Toblerone, Gummibärchen und Mentos. Da ich keinen Geburtstagskuchen backen konnte, gab es alternativ dazu 13 kleine Oreo-Packungen.

Und zum krönenden Abschluß gab es das beste Steak auf unserer Weltreise! Das hätte ich in Indien als Letztes erwartet. Die Kinder wollten so gerne in Argentinien ein Steak essen. Argentinien hatten wir anfangs in unserer Reiseplanung, dann sind jedoch stattdessen nach Peru und Bolivien gereist. Nun hatten die Kids doch noch ihr unschlagbares Steak bekommen. Ich mache mir ja so gar nichts aus Steak und Co. Bei so viel Lob musste ich dann doch probieren. Das Fleisch war wirklich sehr zart. Ich freute mich über einen gegrillten Kings Fish, der superlecker war.

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