Am Sonntag hatte Frank frei, so dass wir gemeinsam alte Erinnerungen wieder aufleben lassen konnten. Zuerst fuhren wir zu unserer früherem Haus in der Tjahamal Extension. Unser früheres Haus steht nicht mehr, der Eingang wurde versetzt, wir konnten jedoch noch gut erkennen, wo früher das Tor war. Unser großer Avocado-Baum, an dem immer ein Autoreifen hing, gab es auch nicht mehr. Es war dennoch schön, mal hier gewesen zu sein. Auch ein wenig ein seltsames Gefühl, nach so langer Zeit. Der Spielplatz direkt gegenüber war auch noch da. Und im Park um die Ecke standen noch wie früher die beiden Elefanten aus Beton. Den Park haben sie mittlweile schön angelegt. Damals war er noch eher schlicht und die Elefanten die einzige Attraktion. Ich erinnere mich noch, wie wir mit unserem Onkel in Deutschland gewettet hatten, dass wir ihnen ein Foto schicken sollten, das zeigte, wie wir mit einer Leiter auf einen Elefanten steigen. Wir haben dann auch brav die Leiter in den Park geschleppt und Fotos gemacht. Es gibt noch die Fotos, wie mein Bruder und ich auf einem der Betonelefanten sitzen und man die angelehnte Leiter sieht. Erst viel später hat mein Onkel bemerkt, dass die Elefanten nicht echt waren… All diese Erinnunergen kamen in mir hoch, als wir zum Park liefen und Frnak mir zeigte, wer von unseren Bekannten wi gewohnt hatte. Manche der Häuser standen sogar noch. Ich bin wirklich froh, dass wir hierher gekommen sind und uns alles mal angesehen haben. An manche Dinge konnte ich mich auch noch so grob erinnern.
Weiter ging es dann zum Lalbagh, dem botanischen Garten. Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Alles war wie früher. Die kleinen Ständchen, an denen man Getränke oder gegrillten Maiskolben kaufen konnte. Der Garten ist sehr weitläufig, es war zwischenzeitlich so heiß, dass wir nur eine kleine Runde drehten. Dabei sahen wir sogar wieder eine ganze Gruppe von Nonnen, in ihren weißen Trachten, die gab es bereits damals schon.
Was auch wie damals war, dass Silas und Cayo immer wieder gefragt wurdne, ob sie nicht ein Foto mit ihnen machen könnten. Cayo wirde es recht schnell zu viel. Auch ich wurde gefragt und bei einer Familie, mit der ich zusammen fotografiert wurde, drückte ich ihnen auch mein Handy in die Hand, als Erinnerung für mich. Sie waren kurz überrascht, freuten sich dann jedoch doppelt. Immerhin werde nicht mehr, wie früher in die Backen gezwickt. Das passiert auch Cayo immer wieder. Mit seinen hellen Haaren scheint er für alle Inder der Inbegriff für ein süßes Kind zu sein.
Als wir durch einen Teil des Gartens gingen, stand ein großes Schild mit der Warnung vor Schlangen, die sich in den Büschen und Löchern versteckt hielten. Schön, dass ich Sandalen anhatte! Das waren ja nette Aussichten.
Einige Männer schnitzten an großen umgefallenen Baumstämmen: einen Löwen, ein Buddhakopf …. Es war schön, ihnen einfach nur zuzusehen.
Zum Abschluß ging es dann noch in den Bull Tempel. Wir mussten uns die Schuhe ausziehen und umrundeten dann einmal den Tempel. Der Priester segnete uns und machte uns einen roten Punkt auf die Stirn, dann durften wir etwas spenden.