Amber Fort einmal anders

Amber Fort liegt 11km außerhalb von Jaipur. Zuerst wollten wir Uber nehmen, es war jedoch kein Auto aufzutreiben. Schließlich gingen wir aus unserem Campus, dort stehen immer am Eingang ein paar Tuktuks und warten auf Kundschaft. Nachdem wir mit verschiedenen Fahrern gesprochen und verhandelt hatten, hatten wir „unseren“ Fahrer gefunden. Und los konnte es gehen. Mit dem Tuktuk durch die Stadt zu fahren ist etwas völlig anderes als mit dem Auto. Nirgendwo sonst bekommt man das Leben so hautnah mit allem drum und dran so authentisch mit: Geräuche, Gerüche. Wir fuhren gut über 30 Minuten durch die halbe Stadt. Immer wieder drehte sich der Fahrer zum Fenster und spuckte nach draußen. Ich glaube, dass er Betel kaute und diesen ausspuckte. Flo verfolgte auf Googlemaps, ob wir in die richtige Richtung fuhren. An einer Ecke hielt der Fahrer an, ohne ein Wort zu sagen, stieg aus und ließ uns im Tuktuk zurück. Was hatte er vor? Er ging zu einem Stand, kaufte sich eine Tüte und ging dann ein paar Schritte weiter, um die Tüte an die Tauben, die dort warteten zu verfüttern. Was das wohl zu bedeuten hatte? Um seine Geschäfte anzukurbeln? Um Segen zu bitten, dass im Straßenverkehr nichts passieren würde? Wir haben es nicht erfahren. Nachdem die Tüte leer war, stieg er wortlos ein und fuhr weiter, als ob nichts geschehen wäre.

Außerhalb der Stadt war das Tuktukfahren noch abenteuerlicher, der Motor dröhnte noch lauter, es war noch staubiger…. Als wir am Amber Fort ankamen, hatten wir ein richtiges Abenteuer hinter uns und waren im Indienfeeling.

Es war obwohl früh am Morgen da waren, bereits gut heiß. Als wir den geschlängelten Weg hochliefen, konnten wir auf den unten angelegten See und den anschließenden Garten schauen. Das Amber Fort ist sehr imposant mit vielen verschiedenen Bereichen und sehr prunkvoll erbaut: jede Menge Marmor, es gibt einen Spiegelsaal, einen angelegten Garten… Eine ganze Menge zu entdecken. Wie gut, dass wir uns dafür so viel Zeit hatten.

Wir nahmen uns den ganzen Vormittag Zeit, um alles in Ruhe anzuschauen und genossen vor allem die Zeiten, in denen wir einfach nur auf einer Bank im Schatten saßen und uns die ganzen Touristen anschauten, wie sie mit Sightseeing und vor allem mit dem Fotografieren beschäftigt waren. Ganze Studien hätte man machen können. Wie indische Familien sich verhielten, wie Japaner, Italiener, Deutsche….Manche verwendeten gefühlte Stunden darauf, um das perfekte Facebookfoto zu bekommen, schmikten sich nach, wechselten ihr Outfit,…. Bei den indischen Familien war es essentiell, dass alle auf dem Foto zu sehen waren, das Oberhaupt in der Mitte und die ganze Großfamilie drum herum. Einige Touris hatten indische Kleidung dabei, um als Maharadscha oder Marani zu posieren,… Für uns war es super interessant, mal eine Sehenswürdigkeit aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen als sonst.

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