2 Planeten

Als wir in unserem Megazimmer mit Marmorbad und Schnickschnack (und Wasserhähnen von Grohe) saßen, machten wir die Jalousie hoch und sahen direkt auf ein Stück Brachland bzw. Baustelle, bevor das nächste Luxushotel angrenzte. Wir waren geschockt, denn da unten in der brütenden Hitze (39 Grad) sahen wir zwei provisorische Zelte aus Plastikplanen aufgestellt und ein paar Familien unter einem Baum sitzend. Die Familien lebten da draußen ohne Strom und Wasser, während wir hier, nur ein paar hundert Meter entfernt im Luxus schwelgten. Das war ein sehr seltsamer Moment und uns wurder wieder einmal mehr bewusst, wie dankbar wir sein können darüber, wie und wo wir leben. Abend sah man das Lagefeuer, an dem gekocht wurde und die Kinder, die draußen auf dem Kiesberg spielten.

An unserem letzen Tag ging Flo und ich zu Fuß zu den Frauen. Wir gaben Ihnen unser restliches Essen und das restliche Geld, da wir nur noch einen weiteren Tag in Jaipur sein würden, bevor Indien verlassen. Die Frauen lagen im Schatten und dösten als wir kamen. Sie schauten uns ungläubig an, als wir ihnen auf Englisch versuchten zu erklären, dass wir das Essen und Geld nicht mehr brauchte, da wir abreisen. Ich glaube, dass bislang noch nie jemand zu ihnen gekommen war, so verblüfft starrten sie uns an.

Vielleicht lag es auch daran, dass nie jemand, der im Hotel übernachtete, einfach mal die Jalousie hochzog, um zu sehen, wie es außerhalb dieser Welt aussieht.

Ein krasseres Bild der Extreme hier in Indien ist uns nicht begegnet.

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