Meine Männer: die neuen Werbemodels von Jaipur

Nachdem wir sooo zufrieden mit dem Friseur waren, versuchte ich die Kinder davon zu überzeugen, dass sie es wagen könnten, dort zum Friseur zu gehen. Schließlich willigsten sie ein und so kreuzten wir ein paar Tage später zu viert bei UNSEREM Friseur auf, der sich über alles freute. Cayo, der Mutigste der Familie setzte sich zuerst hin. Silas wurde gebeten, sich auf einen anderen Stuhl zu setzen und von einem anderen Friseur geschnitten zu werden. Ich verweigte dem guten Mann die Bitte. Silas nochmals zu traumatisieren, das wäre zu viel des Guten. Wieder begann das gleiche Prozedere. Stück für Stück wurden die Haare abgeschnitten und ich wachte wie eine Helicoptermutter über den Kindern. Wieder füllte sich der Laden und wir versuchten Konversation zu betreiben, was nicht immer so einfach war. Ein Bruder von ihm zeigte uns ein Video. Er spielt indische Trompete in einer traditionellen Band und war damit in London. Ein anderer Freund sprach die ganze Zeit übers Heiraten und wir verstanden einfach nicht, was er uns sagen wollte. Bis dann ein anderer Inder kam, um uns aufzuklären. Seine Schwester heiratet in einer Woche und er wollte uns zu dieser Hochzeit einladen. Wir waren gerührt und fühlten uns geehrt. Das wäre ne tolle Sache, bei einer indischen Hochzeit mit dabei sein zu können. Leider wären wir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Indien. Vielleicht das nächste Mal!

Nun kam Silas an die Reihe, der sehr angespannt wirkte. Die Massagenummer ließ er bei den Kindern aus – Gott sei Dank! Doch der Friseur machte auch bei Silas ne gute Frisur bis auf den Pony: den schnitt er a la Kochtopf. Silas entfuhr nur ein „OH mein Gott!“ Ich musste mich beherrschen, um nicht zusammenzubrechen und mit etwas Haarwachs, sah es dann auch ganz gut aus. Cayo wollte zuerst Haarwachs haben und so zeigte ich auf eine Dose und fragte ob Cayo etwas davon nehmen könne. Der Friseur schaute mich irritiert an und erklärte dann, dass es sich um Rasierschaum handle! Am Ende hatten wir dann das richtige Döschen ausgemacht und die Jungs waren glücklich. Es folgte wieder die Fotosession. Ich hatte das Gefühl, dass unsere Jungs nun die Gesichter für die neue Werbekampagne sein werden. Als wir uns verabschiedeten, lachten wir herzlich und stellten uns vor, wie von nun an große Werbeplakate mit den Köpfen der Jungs vor dem Salon aufgestellt werden würden.

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