Ursprünglich wollten wir auf unserer Reise viel Couchsurfing machen. Wir hatten selbst vor unserer Reise viele Couchsurfer bei uns beherbergt und dabei viele neue Leute und Kulturen kennen gelernt. Als Reisende hatten wir bisher nur zweimal auf „einer Couch“ geschlafen als wir in England waren. Während der Reise hatten wir bemerkt, dass wir als Familie einfach unseren eigenen Raum brauchen. Zudem ist es als vierköpfige Familie recht schwer, jemanden zu finden, der 4 Leute ei sich aufnimmt. Daher hatten wir Couchsurfing gar nicht mehr in Betracht gezogen. Hier in Jaipur brauchten wir noch für eine Nacht eine Bleibe, da wir unseren Flug 1 Tag später als geplant nahmen. Und so dachten wir, dass wir einfach einmal Couchsurfing ausprobieren könnten.
Wir hatten uns mit unserem Host an einer Mall verabredet. Kirthi wartete bereits auf uns. Er hat schon viele Couchsurfer aufgenommen. Er ist selbständig und betreibt einen Internetshop, in dem er Möbel und Mode und Accesoires verkauft, die er in Auftrag gibt. Er lebt mit seiner Frau und seiner kleinen 3 jährigen Tochter in einer kleinen Wohnung in Jaipur. Da es seiner Frau nicht so gut ging, war sie zu ihrer Mutter gegangen. Kirthi kümmerte sich rührend um uns und die beiden Jungs. Wir redeten über Gott und die Welt. Ich fragte nach, wer der Mann auf dem Bild an der Wand sei und er erklärte mir, dass es sich um den egründer der Bahai handele. Dann fragte ich ihn über die Bahai aus. Er lernte diese Religion durch seine Frau kennen, die den Bahai angehört. Ich fand es sehr spannend, mehr über die ahai zu erfahren, denn ich hatte davon gehört, mich jedoch nie näher damit beschäftigt. Die Bahai kommen ursprünglich aus dem Iran, werden dort jedoch verfolgt. Sie akzeptieren alle Götter und galuben an die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfältigkeit.
Seine Frau arbeitet in der Administration in einer Schule und in dieser Zeit ist die Kleine bei der Oma. Die Kleine wächst zweisprachig auf, Englisch und Hindi. ??? selbst spricht fließend Englisch (besser als wir). Sein Vater war beim Militär, so dass er viel in Indien herumgekommen ist. Wenn man eim Militär arbeitet, bekommt man je nach Rang ein Haus. Auch Kirthi war einige Zeit beim Militär, bis er bemerkte, dass dies nicht seine Welt ist und sich dann selbständig machte.
Wieder einmal habe ich entdeckt, wie viel neue Perspektiven man erkennen kann, wenn man sich mit anderen Leuten austauscht, die man nicht kennt.
Und dadurch, dass Kirthi uns gezeigt hat, wie er die Dinge, die er designed produzieren lässt, dass dies gar nicht so viel Aufwand ist, wie ich immer dachte.