Yuko und ihre Familie nahmen uns gleich vom Flughafen mit in einen buddhistischen Tempel, der in der Nähe von Narita liegt. Die Anlage des Narita San Shinsho ji Tempels ist recht groß, so dass wir uns ein wenig im Regen die Füße vertreten konnten. Beeindruckende Gebäude, Lampions mit Schriftzeichen ziehren eine ganze Allee (darauf stehen die Spender des Tempels). Yuko erklärte uns gleich am Anfang, wie man sich hier zu verhalten hat. Zuerst reinigt man sich. Am Eingang eines jeden Temepls gibt es einen kleinen Brunnen mit Kellen. Jeder nimmt sich eine Kelle mit der rechten Hand, holt sich etwas frisches Wasser, gießt ein wenig auf die linke Hand, um sie zu reinigen, dann wechselt man die Hand, um die rechte Hand zu waschen. Mit dem restlichen Wasser wird der Munf ausgespült. Das Wasser im Mund nicht trinken, sondern wieder ausspucken.
Beten geht hier wie folgt. Vor dem Schrein ist immer eine Glocke angebracht. Mit einem langen Seil klopft man an die Glocke, um sie zu läuten. Dies macht man, um den Göttern zu sagen, dass man hier ist, dann wirft man eine kleine Münze in den Schrein, klatscht zweimal in die Hände und macht seinen Wunsch bzw. redet mit den Göttern, dann verneigt man sich. War für uns anfangs etwas verwirrend, doch dank Yuko wurden wir gut gecoacht.
Wir besuchten auch den Haupttempel, in dem gerade einige Mönche eine Zeremonie abhielten. Zuerst mussten wir unsere Regenschirme verstauen. Jeder Schirm wurde in eine extra Regenschirmplastikhülle verpackt, dass er nicht tropft und dann in eine separate Schirmablage gestellt. Nun noch die Schuhe ausgezogen, dann konnten wir in eintreten.
Die Mönche trommelten und sangen und dahinter loderte ein Feuer. Die Tempelbesucher knieten sich hin und hörten zu. Wir auch. Es war sehr mystisch, so im Halbdunkel die Funken des Feuers zu sehen und dem Singsang zuzuhören. Immer wieder kamen Besucher und reichten den Mönchen ihre Taschen und Rucksäcke. Diese wurden dann von den Mönchen kurz über den Rauch des Feuers gehalten und den Leuten wieder zurückgegeben. Als ich Yuko fragte warum, meinte sie, dass in den Taschen schlechte Kräfte versteckt sind. Durch den Rauch werden sie gereinigt.