Hakone, Fujisan, Schwarze Eier und ein längeres Leben

Am letzten Tag der Golden Week hatte Hisayoshi und Yuko und ein volles Programm gezaubert. Früh morgens ging es mit dem Zug nach Hakone. Auf dem Bahnhof war der Teufel los, da noch viele andere Leute den letzten wunderschlnen Tag der Golden Week für einen Ausflug nutzen wollten. Hisayoshi hatte Plätze reserviert. Pünktlich, wie immer in Japan kam der Zug. Alle standen wir erwartungsgemäß in Reih und Glied, dann stiegen wir ein. In den meisten Zügen, kann man die Sitze drehen, so dass man ein Vierer-Sitzbereich hat, mit jeweils zwei Sitzen, die sich gegenüber sitzen.
Wir genossen die Fahrt und ließen Japan an uns vorüberziehen. Dann tauchte der Fujiyama auf. Schön und lassisch stand er da, wie auf all den Japanpostkarten, die man überall kaufen kann.
In Hakone angekommen fuhren wir mit ganz verschiedenen Bahnen und Seilbahnen, bis wir ganz oben waren, in der Nähe eines Vulkans, der immer noch sehr viel Schwefeldampf ausstößt.
Von hier oben aus hatte man einen wunderbaren Blick zum Fujisan (wie die Japaner ihren Vulkan respektvoll nennen) und wie konnten hier oben ein wenig umherspazieren. Als Spezialität werden hier schwarze Eier angeboten, die durch den Schwelfeldampf außen schwarz werden. Innen sind sie ganz normal, wenn man die Schale entfernt. Es gibt eine Legende, die besagt, dass jeder, der so ein schwarzer Ei isst, 7 Jahre länger leben wird. Da war es natürlich klar, dass auch jeder von uns so ein schwarzes Ei haben musste!
Vom Vulkan ging es dann wieder bergab mit der Gondel. In der Gondel lernten wir eine indische Familie kennen, die seit über 10 Jahren hier in Japan lebt. Für mich war das kaum vorstellbar, wie es wohl Indern hier ergehen muss, weil hier in Japan alles so übergeordnet und diszipliniert abläuft. Da sind die Deutschen im Vergleich völlig unorganisierte Chaoten! Für uns ist diese Überorganisiertheit und Korrektheit manchmal eine echte Herausfirderung. Und nun kommt eine indische Familie nach Japan. Was für einen Kulturschock mussten sie erlitten haben! Es war ganz interessant, wie die Frau meinte, dass sie als sie mit dem ersten Kind schwanger war, wieder nach Indein zurück ist, um dort zu entbinden, weil sie nicht genug japanisch konnte. Das zweite Kind ist in Japan auf die Welt gekommen.
Unten im Tal liegt ein See, auf dem wir eine kleine Fahrt machten und die Landschaft genossen.
Am Ende spazierten wir dann durch einen Zedernwald auf der uralten Straße der Samurai zu einem alten Dorf. Es war herrlich so in der Natur zu sein.
Nach so vielen Attraktionen waren wir dann auch wieder froh, als wir zu Hause waren.