1. Woche wieder zurück

Es war für mich eine heftige Woche und für die anderen glaube ich auch.

Nicht einmal 24 Stunden nach unserer Landung hatten wir das Schulaufnahmegespräch mit Silas und der neuen Schule. Es war ein sehr nettes Gspräch bei dem Silas und seie Fragen im Mittelpunkt standen. Wie gut, dass er mit zwei weiteren Schulkameraden aus der FSF in die Klasse kommt. Wir sind zufrieden mit der Wahl der Schule – ich denke, dass sich die Lehrer hier wirklich engagieren, das ist das Wichtigste.

Dann noch der Besuch bei meiner Mutter, die in den letzten Monaten nicht mehr alleine für sich sorgen konnte, da ihre Demenz sehr schnell vorangeschritten war. Mein Bruder sie kurzfristig in einem Heim unterbringen, da es keine andere Lösung gab. Ich hatte mir während unserer Reise überlegt, ob wir nicht die Reise abbrechen sollten, damit ich mich um meine Mutter kümmern kann – dazu hätte ich jedoch nach Stuttgart ziehen müssen, was so auch nicht möglich gewesen wäre. Auf der Weltreise hatte ich bereits im Internet nach passenden Einrichtungen für meine Mutter in Frankfurt gesucht, nur war die Kontaktaufnahme recht schwierig mit Zeitverschiebung etc.

Ich hatte mir die Begegnung mit meiner Mutter anders gewünscht. Als wir bei meinem Bruder vorbeischauten war sie gerade bei ihm. Am Morgen war sie im Heim aus dem Bett gefallen und hatte sich das Handgelenk gebrochen. Ich war erschrocken, wie zerbrechlich meine Mutter, die immer der Fels in der Brandung war, geworden ist. Und mir wurde schlagartig klar, dass ich mit ihr noch so viel Zeit wie möglich verbringen möchte. Wie glücklich ich war, dass sie die Kinder, Flo und mich noch erkannte. Es hatte wohl gewirkt, dass ich ihr fast täglich all die letzten Wochen einen Brief geschrieben habe, den unsere Sekretärin (1000 Dank Carola – du bist die Beste!) immer ausdruckte und an meine Mutter ins Heim schickte, so dass se fast täglich Post bekam. So konnte sie mit uns mitreisen und hatte etwas von uns in den Händen.

Am nächsten Tag im Heim war es für uns noch schwieriger. Pflegeheime sind für mich immer eine Herausforderung und zu wissen, dass meine Mutter nun in einem Heim ist, das ist für mich verdammt bitter. Immerhin hatte ich den Eindruck, dass die PflegerInnen sehr nett sind.

Ich erledigte mit ihr noch ein paar Kleidereinkäufe und genoss die Zeit mit ihr. Da mein Vater Alzheimer hatte, bin ich diemal etwas besser vorbereitet. Dennoch weiß ich, was für ein emotionales Auf- und Ab mich erwarten wird.

Unsere spontane Wir-sind-wieder-zurück-Party tat uns so unglaublich gut. Es war so schön, all die vertrauten Gesichter wieder um sich zu haben – es waren so viele, dass ich gar nicht dazu kam, mit allen zu sprechen. Werden wir nachholen, sind ja nun wieder in Deutschland….

Flo ist gesundheitlich angeschlagen. Es fing bereits in Australien an. Nun bekam er Antibiotika, die jedoch nicht wirklich wirkten.

Trotz des vollen Pensums ist für mich hier alles ein wenig wie im Traum. Cayo sagte zu mir: „ich glaube, dass ich das alles nur träume und morgen wache ich auf und dann sind wir in Red Rock in Australien. Ich muss mich immer wieder in den Arm zwicken, damit ich weiß, dass wir wirklich hier in Deutschland sind.“